Aktion am Donnerstag – Krankenhaus-Personal schweigt für Solidarität

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Aktion am DonnerstagKrankenhaus-Personal schweigt für Solidarität

LUXEMBURG – Am heutigen Donnerstag werden Pflegekräfte im ganzen Land eine Schweigeminute abhalten, um auf die kritische Corona-Lage aufmerksam zu machen.

Das Krankenhaus-Personal in Luxemburg will mit einer Schweigeminute auf die Gefahr der aktuellen Corona-Welle aufmerksam machen.

Das Krankenhaus-Personal in Luxemburg will mit einer Schweigeminute auf die Gefahr der aktuellen Corona-Welle aufmerksam machen.

DPA/Kay Nietfeld

Mitte November hatten die Pflegekräfte des Centre Hospitalier du Nord (CHdN) einen Aufruf zur Solidarität gestartet. Dieser wird am heutigen Donnerstag um 12 Uhr vor den Krankenhäusern des Landes bei einer «Schweigeminute der Weißkittel» fortgesetzt. Die Aktion, die im Ausland entstanden ist, weitet sich auf Luxemburg aus und soll nun alle zwei Wochen wiederholt werden.

Vom CHL bis zu den Robert Schuman-Kliniken (HRS), vom Centre Hospitalier Emile Mayrisch (CHEM) bis zum Nordspidol, über das Rehazenter, das CGDIS oder das Rote Kreuz:Diejenigen, die täglich mit der Corona-Pandemie konfrontiert sind, wollen «sich Gehör verschaffen» und sicherstellen, dass sie als «schweigende Mehrheit» gehört werden. In Anlehnung an die Demonstrationen der Corona-Kritiker will das Pflegepersonal die Maßnahmen gegen die Pandemie verteidigen und sich deutlich für die Impfung aussprechen, da sie «die einzige Möglichkeit ist, uns von dieser Pandemie zu befreien», so Dr. Marco Klop, Anästhesist und Reanimator in den Robert Schuman Kliniken. Die Pflegekräfte seien an der Grenze ihrer Kräfte und das in einem Sektor, der ohnehin unter chronischem Personalmangel leide. Mit der Aktion wolle man die Öffentlichkeit auf die immer kritischer werdende Situation aufmerksam machen. Denn durch Corona-Patienten blockierte Betten würden zu Verschiebungen von Operationen führen, was auch ein Risiko für andere Patienten darstelle.

Sein Kollege Tom Manderscheid vom CHdN sagte, es gehe darum, all denjenigen zu danken, die sich an den Gesundheitsmaßnahmen beteiligen, sie unterstützen und sich impfen lassen. «Die Arbeit mit Covid-Patienten ist anstrengend und schwer und mit zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen verbunden», so Manderscheid. Angesichts der enormen Arbeitsbelastung könne man «eine gewisse Solidarität» erwarten. «Ich habe 50 Prozent mehr Schichten im Krankenhaus».

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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