Mali und Sierra Leone – Krankenpfleger und Arzt mit Ebola angesteckt

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Mali und Sierra LeoneKrankenpfleger und Arzt mit Ebola angesteckt

Dass sie sich um Ebola-Patienten kümmerten, ist zwei weiteren Helfern zum Verhängnis geworden: In Mali starb ein Krankenpfleger, in Sierra Leone ist ein Arzt erkrankt.

Ebola-Station in Sierra Leone: Medizinisches Personal trägt ein besonders hohes Risiko. sich mit dem Virus zu infizieren. (Bild: Keystone/AP/Louis Leeson)

Ebola-Station in Sierra Leone: Medizinisches Personal trägt ein besonders hohes Risiko. sich mit dem Virus zu infizieren. (Bild: Keystone/AP/Louis Leeson)

In Mali hat es einen weiteren Ebola-Fall gegeben: Ein Krankenpfleger, der einen Ebola-Patienten aus Guinea betreut hatte, sei selbst an der Krankheit gestorben, teilte das behandelnde Spital in der Hauptstadt Bamako am Dienstag mit.

Entsprechende Tests des Pflegers seien positiv gewesen, hiess es. Auch der Patient aus Guinea starb bereits an der Virusinfektion. Indes hängt dieser jüngste Ebola-Fall den ärztlichen Angaben zufolge nicht mit dem des zweijährigen Mädchens zusammen, das Ende Oktober in Mali an Ebola gestorben war.

Patienten aus Sicherheitsgründen verlegt

Erst am Montag war für 25 Menschen, die mit dem Mädchen Kontakt hatten, die Quarantäne aufgehoben worden. Alle weiteren der insgesamt 108 potenziell Gefährdeten sollten im Laufe der Woche aus der Quarantäne entlassen werden.

In der Klinik in Bamako, wo nun der jüngste Fall auftrat, wurden mehrere Patienten aus Sicherheitsgründen verlegt. Mehrere andere Kranke wurden unter medizinische Beobachtung gestellt.

Ebola grassiert vor allem in den westafrikanischen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea. Auch Nachbarstaaten wie Mali, das an Guinea grenzt, sind damit gefährdet.

Hohes Risiko für medizinisches Personal

Einen neuen Rückschlag im Kampf gegen die Ebola-Epidemie gab es auch in Sierra Leone: Ein sechster Arzt wurde positiv auf das lebensgefährliche Virus getestet, wie ein Regierungsbeamter am Dienstag mitteilte. Martin Salia, Chirurg an einem größeren Krankenhaus in der Hauptstadt Freetown, werde bereits behandelt, sagte der oberste Gesundheitsbeamte des Landes, Brima Kargbo. Weitere Details nannte er nicht.

Medizinisches Personal ist einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, da sich das Virus über Körperflüssigkeiten der Erkrankten überträgt und diese sich oft übergeben oder unkontrolliert bluten. Mehr als 500 medizinische Helfer steckten sich bereits während dieses jüngsten Ausbruchs an.

(L'essentiel/sda)

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