Plünderungen, Verletzte, ausgebrannte Autos – Krawallnacht in Vorort von Stockholm

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Plünderungen, Verletzte, ausgebrannte AutosKrawallnacht in Vorort von Stockholm

Plünderungen, Verletzte und ausgebrannte Autos: In Rinkeby haben Jugendliche Polizisten mit Steinen beworfen.

In der Nacht zu Dienstag ist es in einem Vorort der schwedischen Hauptstadt Stockholm zu Unruhen gekommen. Jugendliche bewarfen in dem mehrheitlich von Migranten bewohnten Ort Rinkeby Polizisten mit Steinen, setzten Autos in Brand und plünderten Läden, wie die Polizei mitteilte.

Auslöser der Krawalle war die Festnahme eines mutmaßlichen Drogenkriminellen. Als er am späten Montagabend von Polizisten abgeführt wurde, bewarfen Jugendliche den Streifenwagen mit Steinen. Einige von ihnen trugen Masken. Laut der Nachrichtenagentur AP wollten einige Zivilisten die Krawallmacher stoppen, aber wurden dabei angegriffen.

Polizist gibt Schuss ab

Ein Polizist wurde leicht am Arm verletzt, einer der Steinewerfer wurde festgenommen. Ein Polizist habe seine Dienstwaffe abgefeuert, es sei aber niemand verletzt worden, sagte Polizeisprecher Lars Bystrom.

Dabei handelte es sich nicht um einen Warnschuss, stellt Bystrom klar: «Die Situation bedingte den Einsatz der Waffe, aber niemand wurde getroffen.» Einzelheiten zu dem Zwischenfall nannte er nicht, kündigte aber eine Untersuchung an.

Erhöhte Aufmerksamkeit nach Trumps Äußerung

Die Unruhen Stoßen im Internet auf besonderes Interesse. Das dürfte mit Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zusammenhängen. Dieser hatte bei einer Rede am Samstag behauptet, am Freitagabend sei in Schweden etwas passiert: «Seht, was letzte Nacht in Schweden passiert ist. Schweden! Wer hätte das gedacht? Schweden! Sie haben ganz viele reingelassen, nun haben sie Probleme, wie sie es nie für möglich gehalten hätten.» In Schweden reagierten darauf viele Menschen empört bis amüsiert, denn dort hatte es am Freitag keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Der schwedische Regierungschef Stefan Löfven hat sich «überrascht» von den Äußerungen gezeigt. Der ehemalige schwedische Ministerpräsident und Außenminister Carl Bildt hatte sich weniger diplomatisch über Trump geäußert und die Mordrate in den USA und Schweden verglichen. Die Mordrate der USA ist rund viermal höher als jene von Schweden.

In Rinkeby und anderen Stockholmer Vororten war es bereits 2013 zu größeren Jugend-Krawallen gekommen – also bevor 2014 die Flüchtlingszahlen stark ansteigen.

(L'essentiel/mch/dapd)

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