Alarmierender Befund – Krebs durch Gen-Mais?
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Alarmierender BefundKrebs durch Gen-Mais?

Ratten, die mit Gen-Mais gefüttert wurden, sterben früher und entwickeln öfter Krebs. Dies belegt eine Studie, die jetzt für Aufsehen sorgt.

Labor-Ratten, die zwei Jahre lang mit der genmanipulierten Mais-Sorte NK603 gefüttert wurden, entwickelten tischtennisgroße Tumore.

Labor-Ratten, die zwei Jahre lang mit der genmanipulierten Mais-Sorte NK603 gefüttert wurden, entwickelten tischtennisgroße Tumore.

«Die Ergebnisse sind beunruhigend. Wir haben eine zwei bis drei Mal höhere Sterblichkeitsrate bei den behandelten Weibchen festgestellt. Auch die Krebsrate bei Ratten beider Geschlechter stieg um bis zu das Dreifache», erklärt Gille-Éric Seralini von der Universität Caen, der mit seinem Forscherteam eine neue Studie über die gesundheitlichen Risiken von Gen-Mais veröffentlicht hat.

Zweihundert Labor-Ratten wurden zwei Jahre lang mit der genmanipulierten Mais-Sorte NK603 gefüttert, die zum Teil zusätzlich mit dem Herbizid Roundup behandelt war.
Beide Produkte werden vom US-Konzern Monsanto vermarktet. «Wir haben zum ersten Mal eine genmanipulierte Futterpflanze und ein Pestizid länger auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen getestet, als dies üblicherweise von der Industrie und von Gesundheitsbehörden getan wird», so Seralini. Demnach sei NK603 bisher nur über eine Periode von drei Monaten getestet worden, was viel zu kurz sei, um beispielsweise die Entwicklung von bösartigen Tumoren zu untersuchen. Einige wenige Genpflanzen seien über eine Dauer von bis zu drei Jahren getestet worden, aber noch nie so gründlich, wie in der vorliegenden Studie.

Auch das Herbizid Roundup wurde laut Seralini noch nie in einer vergleichbaren Langzeitstudie getestet. Nur der wichtigste Wirkstoff von Roundup sei bisher über eine Dauer von mehr als sechs Monaten überprüft worden. «Unsere Versuche sind die aufschlussreichsten, die es derzeit gibt. Nur Studien am Menschen würden mehr Rückschlüsse ermöglichen», erklärt der Wissenschaftler. Die Veröffentlichung der Studie im Fachmagazin Food and Chemical Toxicology zeigt Fotos von Ratten, die tischtennisgroße Geschwüre haben.

(L'essentiel Online/afp/mth)

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