Kanalschwimmerin – Kremers Kampf gegen Übelkeit, Wellen und Quallen

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KanalschwimmerinKremers Kampf gegen Übelkeit, Wellen und Quallen

LUXEMBURG – Paule Kremer ist als erste Luxemburgerin von England nach Frankreich geschwommen. So hat die 29-Jährige ihren Kampf gegen die Fluten erlebt.

So ganz realisiert hat Paule Kremer ihre unglaubliche Leistung noch nicht. In der Nacht von Montag auf Dienstag hat die 29-Jährige geschafft, was noch kein anderer aus dem Großherzogtum vollbracht hat: Die Schwimmerin hat den Ärmelkanal durchquert – sie ist vom englischen Dover nach Calais geschwommen. «Als ich ankam, war jeder viel emotionaler als ich selbst. Ein paar Leute aus meiner Crew haben sogar geweint. Ich war einfach nur glücklich, aber auch todmüde», sagt Kremer.

Die Walferdingerin war am Montagabend an der englischen Küste gestartet – fast 14 Stunden und 59 Kilometer später erreichte sie ihr Ziel. Auf dem Weg dorthin musste sie nicht nur gegen die Wellen, sondern auch gegen die Meeresbewohner und nicht zuletzt gegen sich selbst kämpfen. «Angst hatte ich nie und die erste Stunde lief auch super. Nach der dritten Stunde habe ich dann aber gedacht, dass es vorbei ist», erklärt die Walferdingerin, die zu diesem Zeitpunkt mit Übelkeit kämpfte. «Ich musste mich sogar übergeben. Danach lief es aber wieder viel besser. Scheinbar musste ich ein bisschen was loswerden», sagt Kremer lachend.

Ein weiteres Projekt?

Gegen zwei Uhr sei dann die Müdigkeit gekommen. «Nach jeder weiteren Stunde hat meine Crew dann aber immer gesagt, dass ich in einer Stunde da bin.» Eine Lüge, die Kremer aber weiterbrachte. Knifflig wurde es dann nochmal, als sie Bekanntschaft mit den Quallen machte: «Als es dunkel wurde, habe ich sie nicht mehr gesehen und ich habe mich einige Male verbrannt. Einmal richtig schlimm am Hintern. Ich wurde deswegen richtig wütend. Vielleicht hat das auch geholfen», erzählt die ehemalige Triathlon.

Ihren Marathon im Wasser und die unzähligen Trainingsstunden zuvor nahm Kremer auch für das «Plooschter Projet» auf sich. Eine Initiative, die sich dem Kampf gegen Leukämie verschrieben hat. Mit ihrer Durchquerung des Ärmelkanals sammelte Kremer bisher 7800 Euro für das Projekt. «Es wäre wirklich cool, wenn wir die 10.000 Euro noch schaffen würden», hofft die Schwimmerin.

Wie ihre sportliche Zukunft aussieht, kann sie noch nicht genau sagen: «Das hat alles sehr viel Zeit und Geld gekostet. Vielleicht nehme ich mir demnächst aber die Straße von Gibraltar vor», sagt Kremer, die sich über neue Sponsoren für dieses Unterfangen freuen würde. «Sollte das nicht klappen, werde ich wahrscheinlich zum Triathlon zurückkehren.»

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Paule Kremer auf den letzten Metern. Vor ihr: die französische Küste.

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Geschafft! Darauf erstmal ein Glas Champagner.

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Ein Mitternachtssnack auf ihrem Begleitboot.

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