Syrien-Konflikt – Kriegstraining auf Youtube

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Syrien-KonfliktKriegstraining auf Youtube

Syrische Rebellen setzen im Kampf gegen Präsident Assads Regime auch auf Youtube. Ihre teils schlecht ausgebildeten Mitkämpfer werden so für den Einsatz an der Front vorbereitet.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist seit bald einem Jahr in vollem Gange. Die Hauptstadt Damaskus ist diese Woche von den heftigsten Kämpfen seit dem Beginn der Rebellion erschüttert worden. Am Mittwoch gelang den Rebellen der wohl größte Schlag: Bei einem schweren Bombenanschlag starben drei hochrangige Vertreter des Regimes. Regierungstruppen fahren wie gewohnt mit schwerem Geschütz gegen die Rebellen auf, während deren Waffenarsenal deutlich bescheidener ausfällt. Dazu kommt, dass es sich bei einem großen Teil der Aufständischen nicht um ausgebildete Soldaten, sondern um wenig kampferprobte Zivilisten handeln dürfte.

Ein Minimum an Schulung erhalten die Rebellen über das Internet. Um Mitkämpfer zu trainieren, nutzt die «Free Syrian Army» Googles Online-Videoplattform YouTube. In zahlreichen kurzen Trainingsvideos werden die Zuschauer in Waffenkunde, Nahkampf, Fitness und Schießtechniken ausgebildet. Dabei schützen die teilweise selbst nicht sehr fachkundig wirkenden Ausbildner ihre Identität mittels Masken.

Hilfe aus dem Ausland

Auch Facebook haben die Rebellen für schulische Zwecke entdeckt, berichtet das IT-Portal wired.com. Neben der Handhabung eines Raketenwerfers werden auch deutlich banalere Dinge, wie etwa das Ausschalten des Handy-Klingeltons erklärt.

Das in den Videos zu sehende Waffenarsenal ist beachtlich. Der Wired-Artikel verweist auf den Waffenblog thefirearmeblog.com, wo die Vermutung geäußert wird, dass ein Teil der Videos aufgrund der vielfältigen Auswahl an Waffen außerhalb von Syrien gedreht worden sein könnte: «Es gibt nur wenige Länder auf der Welt, wo man erwarten kann, eine Kel-Tec Pistole, eine Sig 9mm, eine Glock Gen4 oder ein großkalibriges Smith & Wesson AR-15 Gewehr am gleichen Ort zu sehen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden die Videos in den USA oder Kanada aufgenommen.»

(L'essentiel Online/mbu)

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