In Luxemburg – Krise vergrößert die soziale Kluft bei Jugendlichen
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In LuxemburgKrise vergrößert die soziale Kluft bei Jugendlichen

LUXEMBURG – Das Jugendministerium hat den nationalen Bericht 2020 über das Wohlbefinden und die Gesundheit junger Menschen vorgestellt. Die Ergebnisse fallen gemischt aus.

Die Gesundheitskrise hat die Situation sozial benachteiligter Jugendlicher weiter verschlechtert.

Die Gesundheitskrise hat die Situation sozial benachteiligter Jugendlicher weiter verschlechtert.

Editpress/Didier Sylvestre

«Der hohe Lebensstandard, die soziale Sicherheit und die gute öffentliche Unterstützung spiegeln sich in der Mehrheit der jungen Menschen in Luxemburg wider, die von einem guten Wohlbefinden berichten und sich gesund fühlen», so Robin Samuel, Professor an der Universität Luxemburg. Allerdings müsse diese Aussage relativiert werden, da auch im Großherzogtum Zukunftsängste und Ungleichheiten zwischen Mädchen und Jungen, Altersgruppen und sozioökonomischem Status herrschten.

Am Mittwochmorgen stellte das Jugendministerium den Bericht 2020 über das Wohlbefinden und die Gesundheit junger Menschen im Alter von 12 bis 29 Jahren vor. Das 280-seitige Papier wird seit 2010 alle fünf Jahre von Forschenden der Uni Luxemburg herausgegeben und der Chamber vorgelegt. Das Hauptthema der neuen Ausgabe: die Coronakrise. «Die Jugendlichen haben den Lockdown und andere Einschränkungen im Allgemeinen gut überstanden. Der Wunsch, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten, hat Früchte getragen», sagte Claude Meisch. Der Minister für Bildung, Kinder und Jugend stellte jedoch fest, dass die Krise die sozialen Ungleichheiten verstärkt hat – insbesondere bei sozial ohnehin benachteiligten Jugendlichen.

Weniger Raucher aber auch weniger Sport

«Die psychische Gesundheit junger Menschen muss auch nach der Pandemie überwacht werden», sagt Robin Samuel. Die Zahl von psychischen Störungen sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die Experten glauben, dass dies die Folge der steigenden Leistungserwartung der Gesellschaft ist. Der Universitätsprofessor weist auch auf die Wohnungsknappheit und die Verschlechterung der Umwelt als Stressfaktoren für junge Menschen hin.

Zu den guten Nachrichten gehörte der Rückgang des Tabak- und Alkoholkonsums sowie ein Rückgang der Belästigungen unter Jugendlichen. Auf der anderen Seite stieg der Anteil der Jugendlichen, die keinen Sport treiben oder sich schlecht ernähren.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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