«Volksrepublik Donezk»: Kroate, Schwede und 3 Briten vor «Gericht» – droht auch ihnen der Tod? 

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«Volksrepublik Donezk»Kroate, Schwede und 3 Briten vor «Gericht» – droht auch ihnen der Tod? 

Die fünf Männer stehen in der selbsternannten Volksrepublik Donezk vor Gericht, nachdem sie für die Ukraine gekämpft hatten und in Gefangenschaft prorussischer Separatisten gekommen waren. 

Ein schwedischer, kroatischer und drei britische Staatsbürger stehen in der prorussischen Stadt Donezk vor Gericht. Die Anhörung ist nicht öffentlich (Symbolbild).

Ein schwedischer, kroatischer und drei britische Staatsbürger stehen in der prorussischen Stadt Donezk vor Gericht. Die Anhörung ist nicht öffentlich (Symbolbild).

REUTERS

Vor dem «Obersten Gericht» der selbsternannten Volksrepublik Donezk stehen heute, Montag, fünf ausländische Staatsangehörige, die für die Ukraine gekämpft hatten und gefangen genommen wurden. 

Es handelt sich um den schwedischen Staatsbürger Mathias Gustafsson, den kroatischen Staatsbürger Vjekoslav Prebeg sowie die britischen Staatsbürger John Harding, Andrew Hill und Dylan Healy. Letzterer war bereits 2018 in die Ukraine gezogen.

Anhörung nicht öffentlich

Die prorussischen Separatisten werfen den fünf jungen Männern vor, als «Söldner» für die Ukraine gekämpft und «terroristische Aktivitäten» vorbereitet zu haben. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur, die sich auf eine Quelle aus dem Gericht in Donezk beruft, wird die Anhörung nicht öffentlich sein. 

Während das schwedische Außenministerium die Gefangennahme von Mathias Gustafsson am 5. August bestätigte, teilte das kroatische Außenministerium mit, dass die Anschuldigungen gegen Vjekoslav Prebeg weder gerechtfertigt noch rechtmäßig seien: «Die Anschuldigungen widersprechen dem Völkerrecht und den internationalen Konventionen über die Behandlung von gefangenen Zivilisten und Kriegsgefangenen.»

Söldner, Soldaten und die Genfer Konvention 

Sollten die jungen Männer für schuldig befunden werden, droht ihnen in der «Volksrepublik Donezk» die Todesstrafe. Bereits im Juni waren die Briten Shaun Pinner und Aiden Aslin sowie der Marokkaner Saaudun Brahim zum Tode verurteilt worden, weil sie in der Ukraine gegen Russland gekämpft hatten.

Alle drei gaben an, während Jahren im ukrainischen Militär gedient zu haben, bevor sie in Gefangenschaft gerieten. Damit wären sie keine Söldner, sondern rechtmäßige Mitglieder der ukrainischen Streitkräfte, die als Kriegsgefangene im Sinne der Genfer Konventionen behandelt werden sollten.

Großbritannien und die Ukraine kritisierten die Todesurteile als Verstöße gegen die internationalen Gesetze zum Schutz von Kriegsgefangenen. Das britische Außenministerium bemüht sich nach eigenen Angaben weiterhin um die Freilassung aller Briten und verurteilte «die Ausbeutung von Kriegsgefangenen und zivilen Gefangenen zu politischen Zwecken». 

(gux)

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