EU-Beitritt – Kroaten gehen kaum an die Urne
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EU-BeitrittKroaten gehen kaum an die Urne

Wächst die EU auf 28 Mitgliedsstaaten? Kroatien stimmt am Sonntag über seinen Beitritt ab. Doch das Volk scheint bislang wenig euphorisch zu sein und ignoriert die wichtige Abstimmung.

Der kroatische Präsident Ivo Josipovic gibt seine Stimme ab. Kroatien stimmt am 22. Januar 2012 über den Beitritt in die Europäische Union ab. (Bild: Reuters)

Der kroatische Präsident Ivo Josipovic gibt seine Stimme ab. Kroatien stimmt am 22. Januar 2012 über den Beitritt in die Europäische Union ab. (Bild: Reuters)

Die Abstimmung über den EU-Beitritt Kroatiens ist am Sonntag zunächst nur auf geringes Interesse der Bürger gestossen. Vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale hätten nur 11,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, berichtete die staatliche Wahlkommission in Zagreb.

Rund 4,5 Millionen Wähler - davon etwa eine halbe Million im benachbarten Bosnien-Herzegowina - müssen entscheiden, ob das Adrialand ab 1. Juli 2013 das 28. EU-Mitglied werden soll. Die Meinungsforscher erwarten 60 Prozent Ja-Stimmen.

Europa oder Balkan?

Noch am Vortag hatten sich radikale EU-Gegner im Zentrum von Zagreb Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Allerdings sprach sich das Idol der Extremisten, der vom UNO- Kriegsverbrechertribunal in Den Haag angeklagte General Ante Gotovina, für den EU-Beitritt aus. «Ich werde für die EU stimmen, weil wir zivilisatorisch dahin gehören», kündigte er am Wahltag aus seiner Gefängniszelle an.

Das Referendum sei «ein historischer Tag für Kroatien», sagten die Spitzenpolitiker des Landes nach der Stimmabgabe schon am frühen Vormittag. «Die EU ist eine Chance für den Fortschritt und die Entwicklung aller kroatischen Talente», sagte Regierungschef Zoran Milanovic. Die Zeitung «Vecernji list» titelte: «Tag der Entscheidung: Europa oder Balkan! Wählen wir die Zukunft!».

(L'essentiel online/sda)

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