EM-Quali 2012 Playoffs – Kroatien auf EM-Kurs - Portugal zittert

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EM-Quali 2012 PlayoffsKroatien auf EM-Kurs - Portugal zittert

Die Türkei hat im Hinspiel der EM-Playoffs ein Debakel erlitten. Vor eigenem Publikum unterlag sie Kroatien 0:3. Portugal konnte bei Außenseiter Bosnien nur ein torloses Remis erreichte.

Kroatien hat das EM-Ticket fast sicher.

Kroatien hat das EM-Ticket fast sicher.

DPA

Die Bosnier hatten die Aufgabe gegen Portugal zum «Worst-Case-Szenario» deklariert. Ganz so unangenehm verlief das erste Duell mit der Nummer 8 des aktuellen FIFA-Rankings indes nicht. Die Prominenz aus Südeuropa kontrollierten das Geschehen zwar weitgehend, dominieren lassen mussten sich die Gastgeber aber nicht. Sie liessen sich nur selten in prekäre Situationen verwickeln.

Cristiano Ronaldo (Real), Raúl Meireles (Chelsea) und Nani (ManU) deuteten ihre Klasse nur an - mehr hatten die lustlosen Stars aus der Primera Division und der Premier League nicht zu bieten. In der Schlussphase liessen die überheblichen Portugiesen den vor allem offensiv gut bestückten Kontrahenten sogar noch aufkommen. Der frühere Wolfsburger Dzeko vergab um Haaresbreite den Siegtreffer und auch Hoffenheims Edad Ibisevic versiebte noch eine Großchance für Bosnien.

Heimpleite für die Türkei

Kroatiens 3:0 in der Turk-Telekom-Arena ist auch der persönliche Triumph von Trainer Slaven Bilic. Nach den zahlreichen Absagen der verletzten Stürmer - unter ihnen Petric und Kranjcar - setzte er entgegen der Wünsche der Experten auf Rückkehrer Bayern Münchens Olic. Nach dem Triumph in Istanbul dürften die Spekulationen um seine Person abflauen, zumal die Heimbilanz in der aktuellen Runde ausgezeichnet ist. Bilics Mannschaft erlaubte der Konkurrenz in Zagreb in fünf Spielen nur ein einziges Remis (0:0 gegen EM-Teilnehmer Griechenland.

Inm Zentrum der türkischen Kritik wird nach dem Debakel nicht nur Torhüter Volkan, sondern auch Trainer Guus Hiddink geraten. Drei Jahre nach dem Halbfinal-Vorstoß (und dem Elfmetersieg gegen die Kroaten im Viertelfinale) ist der vorzeitige Abschied von der EM-Bühne nicht mehr abzuwenden.

Tschechien trifft in der Nachspielzeit

Erst Vaclav Pilar sorgte aus tschechischer Sicht für die gewünschte Entwarnung. Der erst 23-jährige Stürmer von Champions-League-Teilnehmer Pilsen überwand die hartnäckigen montenegrinischen Herausforderer. In der 63. Minute ebnete er mit dem 1:0 den Weg zum Erfolg. Und dank Sivoks 2:0 in der Nachspielzeit haben sich die Osteuropäer eine vorzügliche Ausgangslage geschaffen, zum fünften Mal in Serie (!) an eine EM-Endrunde vorzustossen.

Eine Frage der Zeit war der erste Vorteil Tschechiens nicht. Die ersten spektakulären Szenen beanspruchte das Team vom Balkan. Captain Mirko Vucinic, lange die auffälligste Figur auf dem Rasen, bedrängte das höher eingeschätzte Team mehrfach. Petr Cech, der trotz grebrochener Nase spielte, bewahrte Tschechien mit diversen brillanten Aktionen vor einem weitaus ungemütlicheren Abend.

Estland - Irland: Irlands Party- und Whisky-Event

Normalerweise verlieren sich ein paar Hundert Zuschauer in der Le-Coq-Arena in Tallinn. Beim Gastspiel der Iren herrschte hingegen der Ausnahmezustand. Entsprechend ergriffen die (zu) selbstbewussten Einheimischen die Initiative, bis die Insulaner mit dem 1:0 von Keith Andrews (13) die Euphorie bremsten und die Esten regelrecht lahmlegten.

Nach der Pause erteilten die Iren den «Nobodys» eine Lektion - Walters und Robbie Keane zerlegten das bedauernswerte estische Team in Einzelteile. Captain Keane, mittlerweile in Los Angeles in der MLS engagiert, vergoldete seine Bilanz im Nationalteam weiter: Nach dem 112. Länderspiel ist der 31-Jährige bei 53 Treffern angelangt.

«Es ist schwierig, aber machbar», hatte Estlands Coach Tarmo Rüütli vor einigen Monaten seelenruhig erklärt. Seine gewagte Prognose kann er nach der Lehrstunde nun archivieren. Er ist mit seiner Equipe am vorletzten Spieltag vom (völlig überraschenden) EM-Kurs abgedriftet.

Für die Boys in Green hingegen ist das EM-Comeback nach 24 (!) Jahren nur noch eine Formsache. Giovanni Trapattoni, der 72-jährige Trainer-Charismatiker aus Italien, hat den Iren ein perfektes Defensivkonzept und die Gabe, kühl zu kontern, vermittelt. Auch deshalb wird das Rückspiel in Dublin zum Party- und Whisky-Event.

Türkei - Kroatien 0:3 (0:2)
Turk-Telekom-Arena, Istanbul. - 52'000 Zuschauer. - SR Brych (De).
Tore: 2. Olic 0:1. 32. Mandzukic 0:2. 51. Corluka 0:3.
Bemerkung: Kroatien ohne Petric (verletzt).

Bosnien-Herzegowina - Portugal 0:0
Bilino Polje, Zenica. - 15'000 Zuschauer. - SR Webb (Eng).
Portugal: Patricio; Pereira, Alves, Pepe, Coentrão; Meireles (82. Micael), Veloso, Moutinho; Cristiano Ronaldo, Postiga (65. Almeida), Nani.

Tschechien - Montenegro 2:0 (0:0)
Letna, Prag. - 18'000 Zuschauer. - SR Atkinson (Eng).
Tore: 63. Pilar 1:0. 92. Sivok 2:0.
Bemerkung: Montenegro mit Zverotic (ab 80.).

Estland - Irland 0:4 (0:1)
Le Coq, Tallinn. - 10'000 Zuschauer. - SR Kassai (Un).
Tore: 13. Andrews 0:1. 67. Walters 0:2. 71. Keane 0:3. 88. Keane (Foulpenalty) 0:4.
Bemerkung: 77. Gelb-Rot gegen Piiroja (Est).

L'essentiel Online /

(si)

EM-Playoffs 2012

Hinspiele am Freitag, 11. November:

Bosnien-Herzegowina - Portugal 0:0

Türkei - Kroatien 0:3

Tschechien - Montenegro 2:0

Estland - Irland 0:4

(Rückspiele am 15. November)

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