Rekordhurrikan Irma – Kubaner bringen Delfine in Sicherheit
Publiziert

Rekordhurrikan IrmaKubaner bringen Delfine in Sicherheit

Hurrikan Irma ist in die Kategorie 4 zurückgestuft worden, könnte sich aber wieder verstärken. Am Samstag trifft er auf Nordamerika. Luxemburg macht einstweilen Helfer mobil.

Das Wichtigste in Kürze

Der Hurrikan Irma hinterlässt Inseln in der Karibik verwüstet und nimmt Kurs auf die Küste von Florida.
Irmas Winde erreichen Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde. Damit ist Irma der stärkste gemessene Sturm im Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen.
Auf mehreren Karibikinseln sind insgesamt mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen.
Laut Prognosen wird Irma am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) Florida erreichen. In Miami und Savannah wurden Zwangsevakuierungen angeordnet.
Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein.

Luftnotrettung

Aus Sorge vor dem Hurrikan Irma haben die kubanischen Behörden ein Delfinarium evakuiert. Die sechs Meeressäuger aus einem Freizeitpark auf der kleinen Insel Cayo Guillermo seien am Donnerstag in feuchte Tücher gewickelt und mit einem Helikopter aus der Gefahrenzone gebracht worden, berichtete die kubanische Nachrichtenagentur ACN.

Die sechs Tiere seien vorübergehend in einem Schwimmbecken untergebracht worden und würden von ihren mitgereisten Wärtern und einem Tierarzt betreut, sagte ein Vertreter des Parks, Gonzalo Carrero Esteban.

Irma sollte am Freitagabend an Kuba vorbeiziehen. Auf der vorgelagerten Gruppe der Cayos-Inseln, wo sich das Delfinarium befindet, wurden schwere Schäden befürchtet.

Zahl der Toten steigt

Mittlerweile sind 20 Menschen in der Karibik dem Hurrikan «Irma» zum Opfer gefallen. Vier weitere Todesfälle wurden am Freitag von den Britischen Jungferninseln gemeldet. Neun Tote waren auf den französischen Karibikinseln St. Martin und St. Barths gefunden worden, vier auf den Amerikanischen Jungferninseln und jeweils einer auf den Inseln Anguilla und Barbuda sowie der niederländischen Seite von St. Martin, St. Maarten.

José auf Stufe 4

Während sich Irma auf die Küste Floridas zubewegt, haben sich im Golf von Mexiko und dem Atlantik zwei weitere Wirbelstürme gebildet: José und Katia. Ersterer ist nun von amerikanischen Meteorologen auf Kategorie 4 hochgestuft worden.

Die Windgeschwindigkeiten von José erhöhten sich auf bis zu 240 km/h. Er befindet sich im Moment auf dem Atlantik, rund 700 Kilometer östlich der Kleinen Antillen entfernt.

Luxemburger Helfer auf Stand-By

Luxemburg bereitet einen Hilfseinsatz in der Karibik vor. Laut den Ministern Dan Kersch und Romain Schneider könnte eine Gruppe an freiwilligen Helfern des Zivilschutzes ins Katastrophengebiet reisen. Unter anderem könnte dort das Satellitenkommunikationssystem «emergency.lu» zum Einsatz kommen. «Das Freiwilligenteam befindet sich derzeit im Stand-By und kann mobil gemacht werden, sobald eine Anfrage eintrifft», heißt es in einem Communiqué der luxemburgischen Regierung.

Evakuierungen in Florida

Angesichts des heranrückenden Monster-Hurrikans Irma hat der Gouverneur von Florida an sämtliche Einwohner des Bundesstaats appelliert, sich für eine mögliche Evakuierung zu wappnen. Die gesamte Bevölkerung solle darauf vorbereitet sein, «bald» ihre Wohngebiete zu verlassen, erklärte Rick Scott heute.

Bislang betreffen die Anordnungen der regionalen Behörden in Florida für die obligatorische Evakuierung nicht den gesamten Bundesstaat, sondern nur diverse Küstenregionen.

José auf Stufe 4

Während sich Irma auf die Küste Floridas zubewegt, haben sich im Golf von Mexiko und dem Atlantik zwei weitere Wirbelstürme gebildet: José und Katia. Ersterer ist nun von amerikanischen Meteorologen auf Kategorie 4 hochgestuft worden.

Die Windgeschwindigkeiten von José erhöhten sich auf bis zu 240 km/h. Er befindet sich im Moment auf dem Atlantik, rund 700 Kilometer östlich der Kleinen Antillen entfernt.

Appell an alle Einwohner

Angesichts des heranrückenden Monster-Hurrikans Irma hat der Gouverneur von Florida an sämtliche Einwohner des Bundesstaats appelliert, sich für eine mögliche Evakuierung zu wappnen. Die gesamte Bevölkerung solle darauf vorbereitet sein, «bald» ihre Wohngebiete zu verlassen, erklärte Rick Scott heute.

Bislang betreffen die Anordnungen der regionalen Behörden in Florida für die obligatorische Evakuierung nicht den gesamten Bundesstaat, sondern nur diverse Küstenregionen.

Plünderungen

Die Niederlande haben Soldaten zu ihrem Teil von St. Martin entsandt. Sie sollten helfen, die Ordnung aufrecht zu erhalten, da es Plünderungen gebe, so Ministerpräsident Mark Rutte. Der Sturm habe viele Gebäude und Infrastruktur zerstört und es gebe weder Strom noch Benzin noch Leitungswasser.

Dem Sturm auf der Spur

Der Sturm befindet sich aktuell über den Turks- und Caicosinseln, wie das Google Crisis Map zeigt.

540.000 werden in Sicherheit gebracht

Im US-Bundesstaat Georgia ordnete der Gouverneur am Donnerstag die Evakuierung von Küstenorten an; 540.000 Menschen waren betroffen. Der Wirbelsturm hat laut Wetterforschern das Potenzial, Florida als Hurrikan der Kategorie fünf heimzusuchen, anschließend in Georgia könnte es Kategorie drei werden.

Bereits vergangene Woche war Irma von einem Hurrikan der Stufe 3 auf einen der Stufe 2 reduziert worden, verstärkte sich aber nur wenige Stunden später wieder auf Stufe 3.

Allein für Georgia könnte er zum bedeutendsten Sturmphänomen seit mehr als einem Jahrhundert werden. Dem Gouverneur von Florida, Rick Scott, zufolge könnten «Irmas» Wind und Regen Freitagnacht (Ortszeit) über Florida Keys hereinbrechen. Der Sturm ist breiter als die Fläche des Bundesstaats. In Miami, darunter auch Miami Beach (Bild und Tweet), laufen Zwangsevakuierungen.

Trump-Club wird geräumt

Hurrikan «Irma» zwingt Berichten zufolge auch Donald Trumps sogenanntes «Winter White House» Mar-a-Lago in Florida zur Räumung. Der Golfclub in der Stadt Palm Beach liegt in einer Evakuierungszone der US-Behörden, wie die Zeitung «Sun Sentinel» berichtete. Insgesamt 125 000 Menschen an der Atlantikküste Floridas müssen ihre Häuser verlassen. «Es besteht Lebensgefahr... wir können Sie nicht retten, wenn der Sturm beginnt», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. Die Räumungen sollen am Freitagmorgen (Ortszeit) beginnen.

Sechs Meter hohe Wellen

Irma hat am Freitagmorgen die Turks- und Caicosinseln heimgesucht. In dem britischen Überseegebiet wurden Wellen in Höhe von sechs Metern erwartet, das Kommunikationsnetzwerk brach zusammen. Das Ausmass der Schäden war zunächst nicht absehbar.

Stufe 4

Der über die Karibik ziehende Hurrikan Irma hat an Stärke abgenommen. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) der USA stufte den Wirbelsturm am Freitag auf die zweithöchste Stufe vier herab, nannte ihn aber weiterhin «extrem gefährlich». Irma bewegt sich beständig mit rund 26 Kilometer pro Stunde in Richtung West-Nordwest.

Offizielle Tsunami-Warnungen

Irma hält Kurs auf die Südostküste der USA. Das Hurrikan-Zentrum in Miami gab am frühen Freitagmorgen offizielle Hurrikan-Warnungen aus.

Sie umfassen die Gebiete im US-Staat Florida sowie auf Haiti, den Bahamas, Kuba und dem britischen Überseegebiet der Turks- und Caicosinseln. Irma zog in der Nacht zum Freitag nördlich an der Dominikanischen Republik vorbei und befand sich laut der Website des Hurrikan-Zentrums zuletzt nördlich von Haiti.

Zahl der Toten steigt

Die Zahl der Toten durch den Hurrikan Irma stieg auf mindestens zwölf. Während der Wirbelsturm mit unverminderter Wucht durch die Karibik in Richtung Kuba und Florida fegte, wurden mindestens vier Personen auf den Amerikanischen Jungferninseln getötet, wie Behördenvertreter des zu den USA gehörenden Gebiets am Donnerstag mitteilten. Mindestens zwei Tote wurden aus Puerto Rico gemeldet.

Zuvor hatte der Wirbelsturm bereits verheerende Zerstörungen auf den Urlaubsinseln Saint-Martin, Saint Barthélemy und Barbuda angerichtet. Im französischen Teil von Saint-Martin wurden vier Tote und rund 50 Verletzte gezählt. In Sint Maarten, dem niederländischen Teil der Insel, wurde ein Mensch getötet, wie die Regierung in Den Haag bekannt gab. Einen Toten gab es auf Barbuda.

Zwei AKWs vom Netz genommen

Der Strombetreiber Florida Power & Light hat vorsorglich zwei Atomkraftwerke vom Netz genommen. «Wir werden sie sicher herunterfahren», sagte Unternehmenssprecher Rob Gould. Die beiden Atomkraftwerke liegen rund sechs Meter über dem Meeresspiegel an der Atlantikküste Floridas.

Key West evakuiert

Mindestens 31.000 Menschen haben die Inselkette Florida Keys als Vorsichtsmaßnahme vor dem Eintreffen des Hurrikans Irma verlassen.

Breiter als Florida

Dem Gouverneur von Florida, Rick Scott, zufolge könnten Irmas Wind und Regen Freitagnacht über Florida Keys hereinbrechen.

Der Sturm sei breiter als die Fläche des Staats, so Scott. «Egal, an welcher Küste Sie leben, seien Sie bereit für eine Evakuierung», sagte er an die Bewohner Floridas gewandt. Die Auswirkungen könnten lebensbedrohlich sein. Schulen und Universitäten wurden bis einschließlich Montag geschlossen.

Trump warnt

US-Präsident Donald Trump rief Menschen in den voraussichtlich vom Hurrikan betroffenen Gebieten auf, vorsichtig zu sein. In einem Tweet betonte er die Kraft des Wirbelsturms. Vor Ort seien aber mutige und talentierte Menschen zur Hilfe eingesetzt.

Senat billigt 15 Milliarden

Der US-Senat hat Hilfen in Höhe von mehr als 15 Milliarden Dollar für die Opfer des Hurrikans Harvey gebilligt. Der Oberhaus des Kongresses segnete das Paket mit 80 zu 17 Stimmen ab. Es geht nun zurück an das Repräsentantenhaus, das am Vortag Hilfen von knapp acht Milliarden Dollar freigegeben hatte.

Zwischen beiden Versionen muss dann ein Kompromiss gefunden werden, der US-Präsident Donald Trump zur Unterschrift vorgelegt werden kann. Am Mittwoch hatten sich Trump und der Kongress auf eine Zwischenlösung in der Haushaltskrise geeinigt. Bis Mitte Dezember wurde die Schuldenobergrenze erhöht. Weil in die Zwischenfinanzierung auch die Freigabe der Milliardennothilfen für die Sturmopfer eingeschlossen war, stimmten auch Republikaner zu, die der Lösung gegenüber kritisch eingestellt waren.

Weitere Tote

Durch den Hurrikan Irma sind mindestens vier Menschen auf den Amerikanischen Jungferninseln ums Leben gekommen. Das teilten Behördenvertreter des zu den USA gehörenden Gebiets mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Zuvor waren mindestens sieben Menschen durch den Wirbelsturm getötet worden, der bereits verheerende Zerstörungen auf den Urlaubsinseln Saint-Martin, Saint Barthélemy und Barbuda anrichtete.

Evakuierungen

Der Gouverneur des südöstlichen Bundesstaates Georgia, Nathan Deal, hat am Donnerstag entschieden, dass die knapp 300.000 Einwohner des Verwaltungsbezirks Chatham bis Samstag die Zone verlassen müssen. Die meisten der von dieser Anordnung betroffenen Menschen leben in der auch bei Touristen beliebten Stadt Savannah.

Zuvor hatten bereits im weiter südlich gelegenen Bundesstaat Florida die Lokalbehörden mehrerer Regionen die obligatorische Evakuierung angeordnet. Diese Anordnungen gelten für mehrere hunderttausende Einwohner und Urlauber unter anderem in Fort Lauderdale und Umgebung sowie auf der an der Südspitze des Bundesstaates gelegenen Inselkette Florida Keys.

Auch in Haiti und Kuba sind die Vorbereitungen auf die Ankunft des Hurrikans Irma in die heisse Phase getreten. Das Innenministerium Haitis ordnete am Donnerstag die Räumung von Küstengebieten im Norden des Landes an. Die Menschen sollten sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit bringen, sagte Innenminister Max Rudolph Saint-Albin. Der Zivilschutz richtete Notunterkünfte ein. Wie viele Menschen der Aufforderung nachkamen, war unklar. Haiti fehlt es an Polizisten und Beamten, um die Anordnung durchzusetzen.

José hochgestuft

Harvey, Irma und jetzt José: Das US-Hurrikanzentrum hat den schweren Nachfolge-Sturm, der sich zurzeit im Atlantik rund 1000 Kilometer östlich der Kleinen Antillen befindet, auf Kategorie 2 hochgestuft. Die Windgeschwindigkeiten von José erhöhten sich bereits auf bis zu 165 km/h.

Hamsterkäufe

In Erwartung des Hurrikans wappnen sich viele Menschen in Florida mit Hamsterkäufen. Schon um 5.30 Uhr morgens hätten Autofahrer für Benzin angestanden, berichtete der «Miami Herald». An Dutzenden Tankstellen sei der Treibstoff bereits ausverkauft.

Um die Versorgung aufrecht zu erhalten, würden etwa Tanklastzüge von Polizeieskorten begleitet, um sie schneller zum Ziel zu führen, sagte Gouverneur Rick Scott. Auf einer Website können sich Anwohner informieren, wo aktuell Sprit verfügbar ist; mehr als die Hälfte der angezeigten Stationen war heute Nachmittag rot markiert.

Örtlichen Medien zufolge bildeten sich lange Schlangen vor den Supermärkten. In Baumärkten sei zudem die Nachfrage nach Sperrholz und Batterien riesig. Im Ort Doral bei Miami gab ein Detailhändler Sandsäcke kostenlos aus. Nachdem diese zur Neige gegangen waren, erhielt laut NBC jeder, der einen Sack mitbrachte, den Sand kostenfrei.

Weniger Opfer

Die französische Regierung hat die vorläufige Opferzahl von Hurrikan «Irma» auf der Karibikinsel Saint-Martin von acht auf vier gesenkt. Bislang seien auf der Insel vier Tote gefunden worden, sagte Premierminister Edouard Philippe heute Nachmittag in Paris. Auf der ebenfalls zu Frankreich gehörenden Insel Saint-Barthélemy sei bislang kein Todesopfer bekannt.

Philippe betonte, dass sich die Zahl der Opfer noch ändern könnte. Zuvor hatte Innenminister Gérard Collomb von acht Toten auf der französisch-niederländischen Insel Saint-Martin gesprochen.

Tote und Verletzte

Die Zahl der Todesopfer in der Karibik ist auf mindestens zehn gestiegen. Allein auf der Insel Saint-Martin kamen nach Behördenangaben mindestens acht Menschen ums Leben, ein weiteres Todesopfer gab es auf Barbuda. Mindestens 21 Menschen wurden auf Saint-Martin verletzt, wie der Katastrophenschutz am Donnerstag mitteilte. Auf Barbados starb ein Jugendlicher, der während des Wirbelsturms surfte.

Irma bricht alle Rekorde

Der Hurrikan «Irma» ist nach Angaben französischer Fachleute der längste jemals beobachtete Wirbelsturm einer solch großen Stärke. «Irma» sei schon seit mehr als 33 Stunden als Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 eingestuft, erklärte der französische Wetterdienst Météo France am Donnerstag. «Eine solche Intensität über eine solch lange Dauer hat es weltweit seit Beginn der Satellitenära noch nicht gegeben.»

Kurs auf Florida

Wegen Hurrikan Irma ordneten US-Behörden für Teile der Millionenstadt Miami im Süden der USA Zwangsevakuierungen an. Der extrem starke Wirbelsturm bewegt sich durch die Karibik auf den US-Bundesstaat Florida zu und könnte dort in der Nacht auf Sonntag auf Land treffen.

Der Bürgermeister des Bezirks Miami-Dade, in dem auch Miami liegt, ordnete an, dass Bewohner von Mobilheimen sowie Anwohner der gefährdeten sogenannten Überschwemmungszone A ihre Häuser verlassen müssen.

Darunter sind auch die Bewohner des bei Touristen sehr beliebten Stadtteils Miami Beach. Die Anordnung tritt am Donnerstagmorgen in Kraft. Bewohner außerhalb der Evakuierungsgebiete wurden aufgefordert, ihre Häuser zu schützen und sichere Unterkünfte aufzusuchen.

«Vorgeschmack auf die Welt von morgen»

Die Pariser Tageszeitung Libération kommentiert die Verwüstungen durch die Hurrikane «Harvey» und «Irma» und warnt vor den langfristigen Folgen des Klimawandels.

«Die Wissenschaftler sind sich in einem Punkt einig», schreibt die Zeitung. «Der Klimawandel schafft solche Stürme nicht, aber er verstärkt ihre Auswirkungen. Es ist also wahrscheinlich, dass wir derzeit einen Vorgeschmack auf die Welt von morgen bekommen. Mit all den Konsequenzen, die man sich vorstellen kann. Offenbar sind wir überhaupt nicht darauf vorbereitet. Wenn schon Texas, eine der am meisten entwickelten Gegenden der Welt, nichts entgegensetzen konnte, was soll man dann über einige Regionen der Antillen und über Haiti sagen.»

Libération übt Kritik an der mangelnden Verantwortung bestimmter Staatschefs: «Trump hat sich in Texas die Gummistiefel nass gemacht, Macron hat eine Katastrophensitzung seiner Minister einberufen. Langfristig wird das nicht ausreichen.»

Maroon 5 sagen Konzert ab

Die US-amerikanische Pop-Rock-Band Maroon 5 hätte am Samstag in Punta Cana in der Dominikanischen Republik auftreten sollen. Das Konzert wurde nun aufgrund des Hurrikans Irma abgesagt.

Man habe lange mit der Absage gezögert, teilt die Band auf Facebook mit, doch die schon vor Tagen aufgebaute Bühne könne den starken Winden nicht standhalten.

«Wie nach einer Atombombe»

Eine Anwältin aus dem britischen Überseegebiet Anguilla kritisiert die Regierung in London für ihre Reaktion auf die Zerstörung:

«Wir sind Wirbelstürme zwar gewohnt, aber Irma war so stark wie noch keiner zuvor. (...) Wenn man sich die Insel derzeit ansieht, könnte man glauben, dass eine Atombombe eingeschlagen hat. In unserer derzeitigen Situation wird es mindestens sechs Monate dauern, bis wir wieder auf den Beinen sind.»

Im französischen Überseegebiet habe es schnelle Hilfe des Militärs gegeben, was in Anguilla nicht der Fall war. Straßen seien noch immer unpassierbar, die Anwältin Josephine Gumbs-Connor zeigte sich enttäuscht.

Welchen Kurs nimmt Wirbelsturm «Irma»?

Der Hurrikan der Kategorie fünf bewegt sich auf den US-Staat Florida zu. Welchen Kurs «Irma» nehmen könnte, haben die Experten des US-Hurrikanzentrums berechnet.

- Am Donnerstag um 20 Uhr Ortszeit (Freitag 0200 MESZ) könnte «Irma» die britischen Turks- und Caicosinseln erreicht haben.

- Setzt «Irma» ihren bisherigen Kurs fort, würde der Sturm dann weiter Richtung Nordwesten und sich zwischen den Bahamas und der Nordküste der Dominikanischen Republik und Haiti bewegen. Um 20 Uhr Ortszeit (0200 MESZ Samstag) könnte der Sturm nördlich von Kuba sein.

- In den darauf folgenden 24 Stunden zieht «Irma» den Prognosen zufolge weiter im Norden von Kuba in Richtung Florida. Die ersten Ausläufer könnten den US-Staat demzufolge am Samstag um 20 Uhr (0200 MESZ Sonntag) erreichen.

- Die Voraussagen werden ungenauer, je weiter sie in die Zukunft gehen. Bis Sonntagabend 20 Uhr (Montag 0200 MESZ) sieht das Hurrikanzentrum den Sturm auf der Höhe der Stadt Palm Beach.

- 24 Stunden später könnte «Irma» sich entlang der US-Ostküste bis zur Grenze der Bundesstaaten Georgia und South Carolina bewegt haben.

Mindestens zehn Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer in der Karibik ist auf mindestens zehn gestiegen. Allein auf der Insel Saint-Martin kamen nach Behördenangaben mindestens acht Menschen ums Leben, ein weiteres Todesopfer gab es auf Barbuda. Mindestens 21 Menschen wurden auf Saint-Martin verletzt, wie der Katastrophenschutz am Donnerstag mitteilte. Auf Barbados starb ein Jugendlicher, der während des Wirbelsturms surfte.

«Äußerst bedeutende Schäden»

Auf den französischen Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin sind beim Durchzug des Hurrikans Irma acht Menschen in den Tod gerissen worden. 23 Menschen wurden verletzt, sagte der französische Innenminister Gérard Collomb am Donnerstag dem Radionachrichtensender Franceinfo.

Der Minister machte deutlich, dass die Zahl der Opfer höher liegen könnte. Bisher hatten die Behörden von mindestens sechs Toten und zwei Schwerverletzten gesprochen. In Collombs Ministerium wurde ein Krisenzentrum eingerichtet.

Überseeministerin Annick Girardin traf mit 120 Rettern auf der Karibikinsel Guadeloupe ein. Sie wolle sich später in das vom Hurrikan Irma verwüstete Krisengebiet begeben, kündigte sie in Pointe-à-Pitre an. Der extrem starke Sturm habe «äußerst bedeutende Schäden» verursacht. Frankreich will die Krisenhilfe vom Überseedépartement Guadeloupe aus steuern.

Trumps Luxus-Resort betroffen

Auf der Karibik-Insel St. Martin hat der Hurrikan Irma offenbar auch das Luxus-Resort Chateau des Palmiers von US-Präsident Donald Trump getroffen. Das Anwesen hat 11 Schlafzimmer, mehrere Pools, ein Fitnesscenter und einen Tennisplatz. Das mehr als 2 Hektar große Areal liegt direkt am Strand. Es steht derzeit für 28 Millionen Dollar zum Verkauf.

Trumps berühmtestes Luxus-Resort, Mar-a-Lago, in dem er auch während seiner Präsidentschaft viele Wochenenden verbrachte und Gäste empfing, könnte ebenfalls in Gefahr sein. Es liegt nur etwa 100 Kilometer von Miami entfernt, worauf Irma zusteuert.

Schließung von Atomreaktoren

Der US-Energiekonzern Florida Power & Light (FPL) teilte am Mittwoch mit, dass vier Kernkraftwerke in Florida vor Samstag abgestellt würden, sollte Hurrikan Irma auf dem gegenwärtigen Kurs bleiben.Von der Schließung dieser Kernkraftwerke wären laut Reuters rund eine Million Haushalte betroffen.

Kurs auf Florida

Wegen Hurrikan «Irma» ordneten US-Behörden für Teile der Millionenstadt Miami im Süden der USA Zwangsevakuierungen an. Der extrem starke Wirbelsturm bewegt sich durch die Karibik auf den US-Bundesstaat Florida zu und könnte dort in der Nacht auf Sonntag auf Land treffen.

Der Bürgermeister des Bezirks Miami-Dade, in dem auch Miami liegt, ordnete an, dass Bewohner von Mobilheimen sowie Anwohner der gefährdeten sogenannten Überschwemmungszone A ihre Häuser verlassen müssen.

Darunter sind auch die Bewohner des bei Touristen sehr beliebten Stadtteils Miami Beach. Die Anordnung tritt am Donnerstagmorgen in Kraft. Bewohner außerhalb der Evakuierungsgebiete wurden aufgefordert, ihre Häuser zu schützen und sichere Unterkünfte aufzusuchen.

Puerto Rico erreicht

Der Sturm Irma bewegt sich mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Am Abend zog er nördlich am US-Außengebiet Puerto Rico vorbei. Später sollte er die Dominikanischen Republik passieren und dann die Bahamas ansteuern.

In Puerto Rico suchten rund 2800 Menschen Schutz in Notunterkünften, wie Gouverneur Ricardo Rosselló sagte. Es fiel starker Regen und und Bäume knickten um. Fast eine Million Menschen waren ohne Strom und 30.000 ohne Wasser.

«Total zerstört»

Der Wirbelsturm Irma hat in der Karibik schwerste Verwüstungen angerichtet. Die Insel Barbuda sei «total zerstört», teilte Regierungschef Gaston Browne mit. Mindestens ein Mensch sei um Leben gekommen, dabei soll es sich um ein Baby handeln. Die Insel mit ihren rund 1600 Einwohnern sei «nur noch ein Haufen Schutt». Im Sender CNN bezifferte Browne die Schadensbilanz auf 95 Prozent des Gesamteigentums auf der Insel. Fast jedes Gebäude auf der Insel sei beschädigt worden, rund 60 Prozent der 1400 Bewohner sei nun ohne Obdach.

Auch der französische Teil der Karibikinsel Saint-Martin sei zu 95 Prozent zerstört, sagte der Präsident des Gebietsrates, Daniel Gibbs, dem Rundfunksender Radio Caraïbes International nach dem Durchzug von «Irma». «Das ist eine enorme Katastrophe», sagte Gibbs. Er stehe «unter Schock». Auf Saint-Martin sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Auf Irma folgt José

Neben dem Hurrikan «Irma» hat ein weiterer Sturm über dem Atlantik an Kraft gewonnen. Das Hurrikan-Zentrum in Miami stufte am Mittwochnachmittag auch den Tropensturm «José» als Hurrikan ein. Die Bewohner der Leeward Inseln wurden dazu aufgerufen, die Situation zu beobachten. Bei «José» handelt es sich um das Wettersystem hinter «Irma». Der Sturm erreichte am Mittwochnachmittag bereits Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde.

Mittwoch, 6. September 2017

Erste Opfer

Durch den Hurrikan «Irma» sind auf den Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere seien schwer verletzt worden, teilte die französische Regierung am Mittwochabend mit. Der Hurrikan der höchsten Kategorie 5 war zuvor über das französische Überseegebiet Saint-Barthélemy gefegt, dann erreichte er die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin.

Macron erwartet Opfer

Durch den Hurrikan Irma sind nach den Worten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron Opfer auf den betroffenen Karibikinseln zu erwarten. Die Bilanz des Wirbelsturms werde «hart und grausam» sein, «wir werden Opfer zu beklagen haben», sagte Macron am Mittwochabend nach einem Besuch beim Krisenstab des Innenministeriums in Paris. Die materiellen Schäden auf den Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin seien «erheblich», fügte er hinzu.

Der Präsident kündigte «so schnell wie möglich» einen «nationalen Plan zum Wiederaufbau» an, für den ein Nothilfefonds eingerichtet werde.

Hurrikan Irma hat am Mittwoch auf den Inseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin ganze Küstenabschnitte verwüstet. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Zunächst gab es keine Zahlen zu möglichen Verletzten oder sogar Toten.

Social Media

Menschen nutzen soziale Netzwerke, um um Hilfe zu bitten. Auf St. Martin etwa postet eine Frau auf Facebook, sie sei mit ihren Kindern im Badezimmer eingeschlossen. Ob der Post authentisch ist, ist nicht bekannt.

Acht Milliarden Harvey-Hilfen

Das US-Repräsentantenhaus hat einem milliardenschweren Hilfspaket für die vom Hurrikan Harvey betroffenen Katastrophengebiete in den Südstaaten zugestimmt. Mit parteiübergreifender Mehrheit stimmten die Abgeordneten am Mittwoch in Washington für staatliche Hilfen im Volumen von 7,85 Milliarden Dollar.

Nur drei Abgeordnete stimmten mit Nein, 419 votierten mit Ja. Mit dem Votum folgte das Repräsentantenhaus einer Bitte der Regierung von Präsident Donald Trump, der den Kongress um die Freigabe der Mittel gebeten hatte. Das Geld soll fast ausschließlich an die Katastrophenschutzbehörde Fema fließen.

Die zweiter Kongresskammer, der Senat, muss noch zustimmen. Dies wurde für die kommenden Tage erwartet. Das Weiße Haus hatte in seinem Antrag erklärt, bei den Geldern handele sich um eine «Anzahlung» für die langfristigen Kosten für den Wiederaufbau.

Branson sucht Zuflucht in Weinkeller

Der britische Milliardär Richard Branson will den Hurrikan «Irma» in seinem Weinkeller aussitzen. «Wir werden uns in den betonierten Weinkeller unter dem Haupthaus zurückziehen», schrieb der Unternehmer und Abenteurer am Mittwoch in seinem Blog.

«Wie ich mein Team kenne, wird nicht mehr viel Wein übrig sein, wenn wir wieder herauskommen.» Branson ist zurzeit auf seiner Privatinsel Necker Island, die zu den Britischen Jungferninseln gehört. Im Laufe des Mittwochs sollte «Irma» über Teile der Inselgruppe in der Karibik hinwegziehen. Der Hurrikan der Kategorie fünf ist einer der stärksten jemals in der Region registrierten Wirbelstürme.

«Die Atmosphäre ist gespenstisch, aber schön», schrieb Branson. «Wir haben alle in zwei Räumen geschlafen. Eine solche Übernachtungsparty hatte ich nicht mehr seit meiner Kindheit.» Branson ist der Gründer der Virgin-Gruppe, zu der Hunderte Firmen gehören. Sein Vermögen wird auf etwa fünf Milliarden US-Dollar geschätzt.

Bevölkerung nicht informiert

In Haiti wusste die Bevölkerung zunächst nichts von der drohenden Katastrophe. Wie AFP-Korrespondenten berichteten, waren vor allem die Bewohner in den besonders gefährdeten Armenvierteln gänzlich unwissend. Stabile Notunterkünfte gibt es so gut wie keine.

Notstand in Florida

Dass Irma auf Florida treffen könnte, gilt als immer wahrscheinlicher. Örtliche Wetterdienste sagten vorher, dass die ersten Winde und Regenfälle Süd-Florida am späten Freitag erreichen könnten.

In Miami Beach bereiteten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf den herannahenden Sturm vor. In einem Supermarkt standen ganze Regalreihen leer. US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben.

Notstand in Puerto Rico

Irma setzt den Kurs in Richtung Jungferninseln und Puerto Rico fort. Der Wirbelsturm bewegt sich mit etwa 26 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordwesten. Als nächstes droht der Sturm auf den Inselstaat St. Kitts und Nevis zuzusteuern.

In Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde aktiviert. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte für mehr als 63'000 Menschen ein. Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die Inseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba.

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an.

Puerto Rico

Das Auge des Hurrikans wird nördlich von Puerto Rico vorbeiziehen. Dennoch erwartet das US-Hurrikanzentrum für die Insel die maximale Windgeschwindigkeit. Laut einer aktuellen Karte beträgt die Wahrscheinlichkeit hierfür 100 Prozent.

Sturm ist «historisch»

Bereits sind Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen worden. Zuverlässige Messungen vor Ort waren nach kurzer Zeit aber nicht mehr möglich, da die Instrumente des französischen Wetterdienstes im Sturm verloren gingen.

Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. Damit ist «Irma» noch stärker als «Harvey», der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Das NHC warnte, der Sturm könne katastrophale Schäden anrichten. Schon jetzt sei er als «historisch» einzustufen: Seit Beginn der Aufzeichnungen habe noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.»

Kein Kontakt mit Barthélémy

Der Kontakt zur Insel Saint-Barthélemy ist abgebrochen, wie französische Medien berichten. Offenbar ist der Strom auf der Insel ausgefallen, das Telefonnetz ist zusammengebrochen.

Flut in St. Martin

Die Insel St. Martin ist von Hurrikan Irma mit voller Wucht getroffen worden. Erste Bilder zeigen überflutete Landstriche und beschädigte Gebäude. Das Dach des Feuerwehrgebäudes in Philipsburg ist offenbar eingestürzt.

Kleine Antillen

Die Aufnahme eines Twitter-Users zeigt Philipsburg, den Hauptort des niederländischen Teils der Insel St. Martin, vor und während Irma.

ISS fliegt über Irma

Ein Youtube-Video zeigt den Überflug der Internationalen Raumstation über Hurrikan Irma.

Zerstörung auf Karibikinseln

Auf Twitter kursieren Bilder und Videos von den Inseln, die Irma bereits erreicht hat. Sie zeigen die Zerstörung, die der Hurrikan hinterlassen hat.

Lange Staus

Frankreich meldet «größere Schäden»

Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des Sturms auf dem französischen Überseegebiet Saint-Barthélémy, das besonders beim internationalen Jet-Set beliebt ist, dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien bereits überschwemmt.

Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, berichtete von «grösseren Schäden» auf den betroffenen Inseln. Unter anderem habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen. Trotz der höchsten Alarmstufe weigerten sich laut Girardin rund 7000 Menschen bis zuletzt, sich in Sicherheit zu begeben.

Die Behörden rechneten damit, dass der Wirbelsturm bis zum Mittag (16 Uhr MESZ) weiter an Kraft zunimmt. Zuvor wurden bereits Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen. Zuverlässige Messungen vor Ort waren nach kurzer Zeit aber nicht mehr möglich, da die Instrumente des französischen Wetterdienstes im Sturm verloren gingen.

Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. Damit ist Irma noch stärker als Harvey, der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Crisis Map

Trump

Trump hat ein Auge auf Hurrikan Irma, lässt er via Twitter wissen. Ähnlich wie bei Harvey scheint es ihm erneut die Größe des Sturms angetan zu haben.

Papst

Der Flug von Papst Franziskus nach Kolumbien musste wegen des Durchzugs von Hurrikan Irma durch die Karibik umgeleitet werden. Wie der Vatikan heute mitteilte, nahm der päpstliche Airbus A380 eine südlichere Route von Rom nach Bogotá als geplant.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde ursprünglich um 16.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ) in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá erwartet. Ob sich seine Ankunft nun verzögert, war zunächst unklar. Im Mittelpunkt des fünftägigen Besuchs des 80-jährigen Papstes steht die Aussöhnung zwischen kolumbianischer Regierung und Rebellen.

Haiti ist unvorbereitet

Wer im Armenviertel von Haitis zweitgrößter Stadt Cap-Haïtien Irma anspricht, trifft auf Überraschung und Schock. Der gewaltige Wirbelsturm ist nur noch wenige Stunden von der Küste der Hafenstadt entfernt, doch niemand hier weiß Bescheid. «Wir haben keinen Strom und sind deshalb von allen Informationen abgeschnitten», sagt die 25-jährige Jacquie Pierre resigniert.

Ihr Nachbar Pierre Valmy steckt seinen Kopf aus seiner Blechhütte. «Wir haben oftmals Überschwemmungen, aber wenn hier ein Wirbelsturm eintrifft, sind wir verloren», sagt er verzweifelt. Der bitterarme Karibik-Staat hat sich von Hurrikan «Matthew» kaum erholt, der im vergangenen Oktober den Süden verwüstete und über 500 Menschen den Tod brachte. Zwar sagt Zivilschutz-Koordinator Jean-Henri Petit, die Behörden hätten ihre Lehren aus der damaligen Tragödie gezogen. Doch ohne die Unterstützung der

UN-Stabilisierungsmission (Minustah), die in Erwartung ihres baldigen Mandatsendes bereits einen Großteil ihrer schweren Ausrüstung abgezogen hat, kann der Zivilschutz nicht viel ausrichten. Ganze drei Krankenwagen stehen für die rund eine Million Einwohner zur Verfügung, die rund um Cap-Haïtien leben. Stabile Notunterkünfte gibt es so gut wie keine. Um zu verhindern, dass die Menschen wie bei «Matthew» in ihren Hütten ausharren, deren Blechdächer kaum den Böen standhalten, sollen sie nach dem Willen der Behörden Schutz bei Verwandten oder Freunden suchen, die über stabilere Betonbehausungen verfügen. Doch wer in den Slums hat schon solche Freunde?

«Im Leben gibt es immer einen Ort zum Sterben», kommentiert Pierre Valmy, dann geht er zum Dominospielen zu seinen Freunden. Ihnen erzählt er nur, dass mit «schlechtem Wetter» zu rechnen sei.

Auge über Saint-Martin, Saint-Barth, Saint-Barthélémy

Saint-Martin und Saint-Barth befinden sich zusammen mit Saint-Barthélémy im Auge des Sturms.

Info: Tropische Unwetter und ihre Stärken

Letztere werden im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik Hurrikans genannt. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Stundenkilometern von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht.

Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Stundenkilometer. Besonders verheerende Schäden richten Hurrikans der höchsten Kategorie 5 ab einer Windgeschwindigkeit von 252 Kilometern pro Stunde an. Hurrikans erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang fast auf dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Stundenkilometern wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

(L'essentiel/nxp/sda/dapd)

Deine Meinung