Flüchtlinge – Künstler bestatten tote Syrerin in Berlin

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FlüchtlingeKünstler bestatten tote Syrerin in Berlin

Aktivisten haben eine im Mittelmeer ertrunkene Syrerin in Berlin bestatten lassen. Ein radikaler – und pietätloser? – Protest gegen die Flüchtlingspolitik der EU.

Zwei betende junge Frauen stehen am 16.06.2015 auf dem muslimischen Teil des Friedhofs Berlin-Gatow bei der Beerdigung einer im Mittelmeer ertrunkenen Syrerin. Die Beerdigung ist eine Aktion des "Zentrum f�r Politische Sch�nheit" die damit gegen die EU-Fl�chtlingspolitik protestiert. �berlebende Angeh�rige der Frau, die sich nach Angaben der Gruppe in Deutschland aufhalten und der Aktion zugestimmt haben sollen, waren nicht anwesend. Entgegen der Ank�ndigung der Aktivisten wurde das Kind der Frau, das auf der Flucht ebenfalls ertrunken sein soll, nicht mit ihr bestattet. Beide seien Anfang M�rz auf einem Schiff nach Italien unterwegs gewesen, das gekentert sei, so die Aktivisten. Rund 40 Fl�chtlinge seien an Bord gewesen, viele seien ertrunken.
Foto: Gregor Fischer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Zwei betende junge Frauen stehen am 16.06.2015 auf dem muslimischen Teil des Friedhofs Berlin-Gatow bei der Beerdigung einer im Mittelmeer ertrunkenen Syrerin. Die Beerdigung ist eine Aktion des "Zentrum f�r Politische Sch�nheit" die damit gegen die EU-Fl�chtlingspolitik protestiert. �berlebende Angeh�rige der Frau, die sich nach Angaben der Gruppe in Deutschland aufhalten und der Aktion zugestimmt haben sollen, waren nicht anwesend. Entgegen der Ank�ndigung der Aktivisten wurde das Kind der Frau, das auf der Flucht ebenfalls ertrunken sein soll, nicht mit ihr bestattet. Beide seien Anfang M�rz auf einem Schiff nach Italien unterwegs gewesen, das gekentert sei, so die Aktivisten. Rund 40 Fl�chtlinge seien an Bord gewesen, viele seien ertrunken.
Foto: Gregor Fischer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

DPA/Gregor Fischer

Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik hat eine Künstlergruppe eine im Mittelmeer ertrunkene Syrerin in Berlin bestattet. Ihre sterblichen Überreste waren den Aktivisten zufolge zuvor in Italien exhumiert worden.

Sie wurden am Dienstag auf dem muslimischen Teil des Friedhofs Berlin-Gatow beigesetzt. Überlebende Angehörige der Frau, die sich nach Angaben der Gruppe in Deutschland aufhalten und der Aktion zugestimmt haben sollen, waren nicht anwesend.

«Hart an der Grenze»

Die Aktion der Gruppe «Zentrum für politische Schönheit» ist umstritten. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck nannte sie in der taz (Dienstag) «befremdlich und pietätlos». Linkspartei-Chefin Katja Kipping findet sie «hart an der Grenze». Andererseits blieben die Künstler «an den berührenden Themen dran», sagte sie der Zeitung.

Entgegen der Ankündigung der Aktivisten wurde das Kind der Frau, das auf der Flucht ebenfalls ertrunken sein soll, nicht mit ihr bestattet. Beide seien Anfang März auf einem Schiff nach Italien unterwegs gewesen, das gekentert sei, so die Aktivisten. Rund 40 Flüchtlinge seien an Bord gewesen, viele seien ertrunken.

Das «Zentrum für politische Schönheit» ist bekannt für umstrittene Aktionen, darunter die Umsetzung von Gedenkkreuzen für DDR-Maueropfer und eine gefälschte Pressemitteilung der deutschen Bundesregierung.

(L'essentiel/dpa)

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