Moneypenny-Darstellerin – «Kürzt meine Dialoge!»

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Moneypenny-Darstellerin«Kürzt meine Dialoge!»

Als Moneypenny hat sie nicht viel zu sagen. Jetzt bittet sie die 007-Autoren sogar, ihre Dialoge zusammenzustreichen. Miss Harris setzt lieber auf Körpersprache.

Nur bei ihr kam James Bond nie zum Schuss. Das letzte Bollwerk Großbritanniens blieb eisern jungfräulich: Miss Moneypenny, loyale Vorzimmerdame des Geheimdienstchefs M. Playboy Bond hob sich die Schreibkraft als eiserne Reserve auf. Deshalb blieb es über Jahrzehnte beim Dauerflirt. Lois Maxwell verkörperte die schmachtende Sekretärin, die den Agenten jeweils mit «Good Luck» ins neue Abenteuer entließ und dem begehrten Junggesellen sogar an seiner Hochzeit eine Träne nachweinte, insgesamt 14 Mal. Bevor sie von Caroline Bliss abgelöst wurde. Die wiederum in der Brosnan-Ära von Samantha Bond (Bond, tatsächlich Bond) abgelöst wurde.

Nun verkörpert zum zweiten Mal Naomie Harris die Miss Moneypenny. Aber nicht als Tippse mit Hutständer, sondern als moderne Frau, die dem Geheimagenten als Berufskollegin auf Augenhöhe begegnet. Und während ihre Vorgängerin Lois Maxwell mit Mini-Dialogen («Was muss ich bloß machen, dass Sie mich mal mitnehmen?») ihre Rolle gestaltete, möchte Naomie Harris am liebsten nur mit Blicken töten. Wie sie 20 Minuten im Interview vor der großen Hallenstadion-Premiere sagt, lässt sie ihre Dialoge gern von den Autoren minimieren. Nur eines hat sich in der Beziehung zwischen Bond und Moneypenny auch im neuen Streifen «Spectre» nicht geändert: Über den Flirt kommen die beiden nicht hinaus.

(L'essentiel/ros)

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