Belgien – Kulturschaffende stellen sich gegen Corona-Regeln
Publiziert

BelgienKulturschaffende stellen sich gegen Corona-Regeln

In Belgien haben bei strömenden Regen tausende Künstler, Kinobetreiber und Veranstalter gegen die Schließungsvorschriften der Regierung demonstriert.

In Belgien müssen Kinos seit dem 26. Dezember geschlossen bleiben – wegen Omikron.

In Belgien müssen Kinos seit dem 26. Dezember geschlossen bleiben – wegen Omikron.

AFP

In Belgien haben Tausende Künstler, Kinobetreiber, Veranstalter und andere gegen von der Regierung wegen Corona verhängte Einschränkungen demonstriert. Bei strömendem Regen versammelten sie sich am Sonntag mit Spruchbändern wie «The show must go on» und «Keine Kultur, keine Zukunft» auf dem Brüsseler Place de la Monnaie, auf dem 1830 die belgische Revolution ihren Anfang genommen hatte. Die Organisatoren riefen die Menschen auf, Masken zu tragen und sich an die Abstandsregeln zu halten. Der Protest blieb friedlich. Die Behörden schätzten die Teilnehmerzahl auf etwa 5000.

Am Sonntag sind in Belgien neue Regeln in Kraft getreten, die Veranstaltungen in geschlossenen Räumen stark einschränken. Das Gleiche gilt für Einkäufe. Sportveranstaltungen müssen ohne Zuschauerinnen und Zuschauer stattfinden. Wie der Sender «RTBF» berichtete, haben sich zahlreiche Kinos und andere Veranstalter aber nicht daran gehalten.

«Glühwein schlägt Kultur»

Auch wissenschaftliche Berater der Regierung kritisierten, dass Restaurants, Bars und Weihnachtsmärkte nach den neuen Bestimmungen geöffnet bleiben dürfen, obwohl Letztere für ihre chaotischen Glühweinpartys bekannt sind. «Glühwein schlägt Kultur», urteilte der Virologe Marc Van Ranst. Auf einem der Protestposter stand: «Ich trinke keinen Glühwein.»

Die Beschränkungen sind in Kraft getreten, obwohl die Zahl der Krankenhauseinweisungen für Corona-Kranke seit Wochen zurückgeht. Die Regierung begründet ihr Vorgehen dagegen mit der schnell um sich greifenden Omikron-Mutation des Coronavirus. Auf einen völligen Lockdown wie in den benachbarten Niederlanden hat sie verzichtet.

(L'essentiel/DPA/sys)

Deine Meinung