Gesundheit in Luxemburg – Kurzer Zorn kann schlimme Folgen für Babys haben

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Gesundheit in LuxemburgKurzer Zorn kann schlimme Folgen für Babys haben

LUXEMBURG – Jedes Jahr werden Babys ins Krankenhaus eingeliefert, die ein Schütteltrauma erlitten haben. Eine Präventionskampagne soll über die Gefahren aufklären.

Wer ein Baby schüttelt, kann dem Kind schwere Schäden zufügen.

Wer ein Baby schüttelt, kann dem Kind schwere Schäden zufügen.

DPA

Ein eigenes Kind in die Welt zu setzen ist für viele Menschen ein Lebensziel. Wenn das Baby kommt, ist die Freude bei Mama und Papa meist riesig. «Eltern zu werden soll ein idyllischer Moment im Leben sein. Manchmal ist die Situation aber anders», sagt Roland Seligmann, Kinderarzt und Präsident der Alupse (association luxembourgeoise pour la prévention des sévices à enfants). Dann nämlich, wenn die Eltern überfordert sind und sich zu einer möglicherweise folgenschweren Tat hinreißen lassen.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Anzahl der Kinder mit Schütteltrauma in Luxemburg zugenommen. «Pro Jahr werden im Durchschnitt zwei bis drei Fälle bekannt. In diesen Fällen gibt es keine Zweifel. Aber es gibt auch andere, bei denen wir es nur vermuten können», sagt Seligmann. Um auf die Problematik hinzuweisen, startet Alupse nun eine Präventionskampagne. 5000 Flyer wurden gedruckt und auf Bussen wurde Werbung platziert. Das Budget für die Aktion liegt bei 10.000 Euro.

Manchmal erst Jahre später sichtbar

«Wenn man Babys schüttelt, kann dies ernste Folgen haben. Es kann eine Behinderung davontragen und sogar sterben. Manchmal scheint das Kind auch gesund zu sein und die Auswirkungen machen sich erst Jahre später bemerkbar, wenn sich die kognitiven Fähigkeiten nicht entwickeln wie üblich», so der Kinderarzt.

Kinder haben in Relation zum Körper einen großen Kopf, aber nur eine schwach ausgeprägte Nackenmuskulatur. Schon ein Schütteln von wenigen Sekunden kann lebenslang Schwierigkeiten verursachen. «Dieses Thema wird fast nicht diskutiert. Wir müssen den Eltern aufzeigen, dass es normal ist, wenn man sich mal überfordert fühlt. Wenn diese Situationen eintreten, muss man aber richtig reagieren», so Seligmann.

Alupse betreut Eltern, die praktische, finanzielle oder psychische Probleme haben. In seltenen Fällen sind auch Kindermädchen an den Schütteltraumata Schuld. Daher fordert Alupse auch für sie Unterstützung bei Problemen.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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