Neuer Pixar-Kurzfilm – Kurzfilm zeigt, wie sich Frauen im Job verstellen

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Neuer Pixar-KurzfilmKurzfilm zeigt, wie sich Frauen im Job verstellen

Im neuen Pixar-Kurzfilm «Purl» wird deutlich, wie sehr sich Frauen männlichem Verhalten anpassen müssen, um im Job erfolgreich zu sein.

«Ihr Lebenslauf war bei weitem der beeindruckendste. Ich bin mir sicher, dass Sie gut hier reinpassen werden.» Mit diesen Worten begrüßt ein Mitarbeiter der Investmentfirma B.R.O. Capital einen Neuankömmling im Aufzug. Nach dem überschwänglichen Lob (ohne Blickkontakt, weil busy am Handy) dann der Schock: Vor ihm steht nicht – wie angenommen – ein weiterer Anzugträger, sondern ein flauschliges, rosa Wollknäuel namens Purl.

«Du bist zu soft!»

Purl ist quirlig und aufgeschlossen. Und sie versucht, ihre Kollegen, trotz der kritischen Blicke und Tuscheleien, von sich zu überzeugen. Nach einigen Szenen des neu erschienenen Pixar-Kurzfilms von Regisseurin Kristen Lester wird aber klar: Das klappt nicht. Wollknäuel Purl, die im Film offenbar eine Frau verkörpern soll, wird von den Männern nämlich nicht ernst genommen.

In Meetings wird sie ignoriert, über ihre Witze lacht niemand. Auf einen Vorschlag von ihr, entgegnet ein Anzugträger sogar: «Du bist zu soft, wir müssen aggressiv sein!» Erlebnisse, die viele Frauen wahrscheinlich so oder so ähnlich auch schon in ihrem Joballtag erlebt haben.

Zu ihrer soften Seite stehen

Also beschließt Purl, sich anzupassen. Sie strickt sich auf der Damentoilette einen Anzug und verhält sich genau so, wie sie es bei ihren Arbeitskollegen gesehen hat: Sie schreit, macht plumpe Witze. Sie geht sogar mit ihnen auf Sauftour – und erntet fürs Kotzen Applaus. Und tadaa: Plötzlich ist sie Teil des Teams. Purl fühlt sich großartig.

Bis ein weiteres Wollknäuel namens Lacey auftaucht und Purl mit ihrem antrainierten Verhalten konfrontiert. Das Aufeinandertreffen ermutigt Purl offensichtlich, zu ihrer soften Seite zu stehen. Sie zeigt sich solidarisch und integriert Lacey ins Team – und zwar ohne irgendeine Rolle zu spielen. Einige Zeit später arbeiten in der Firma dann Männer und Wollknäuel (Frauen) Hand in Hand zusammen. Trotz Kitsch schaut man sich das gerne an.

«Um tun zu können, was ich liebe, wurde ich einer von ihnen.»

Inspiriert wurde Regisseurin Kristen Lester übrigens von ihrer eigenen Erfahrung im Beruf, wie sie in einem Behind-the-scenes-Video erzählt. Bei ihrem ersten Job als Trickfilm-Zeichnerin sei sie die einzige Frau in einem reinen Männer-Team gewesen. «Um das tun zu können, was ich liebe, wurde ich einer von ihnen.» Erst als sie Teil eines gemischten Teams wurde, habe sie gemerkt, wie sehr sie sich zuvor verstellt hatte.

Im Kurzfilm gibt's natürlich ein Happy End. Und wahrscheinlich sind Purls Einsicht und Solidarität auch genau die Dinge, die uns Frauen auch im echten Leben helfen würden. Damit jede und jeder checkt, dass Weiblichkeit keine Schwäche ist.

(L'essentiel/Gina Buhl/Friday)

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