Gefährdete Tiere – Lacoste ersetzt sein Krokodil-Logo

Publiziert

Gefährdete TiereLacoste ersetzt sein Krokodil-Logo

Das Krokodil auf dem Polo-Shirt von Lacoste kennt wohl jeder. Neuerdings gibt es stattdessen aber auch Affen und Tiger.

Das ikonische Krokodil-Logo von Lacoste verlässt zum ersten Mal seit der Gründung der Kleidermarke im Jahr 1933 seinen angestammten Platz: In einer streng limitierten Auflage bringt das französische Unternehmen, das seit 2012 der Schweizer Investorenfamilie Maus gehört, Poloshirts mit anderen Tieren auf dem Logo.

Der Grund dafür ist eine Kooperation mit der Tier- und Umweltschutzorganisation International Union for Conservation of Nature. Das Krokodil wird durch gefährdete Tiere ersetzt. Außerhalb der Limited Edition bleibt das klassische Krokodil aber auf dem Logo. Sehen Sie die alternativen Sujets in der Bildstrecke.

Weniger als 2000 Exemplare

Der Clou: Es gibt von jedem der zehn Polohemden nur so viele Exemplare, wie es noch lebende Tiere der jeweiligen Spezies gibt. Beim kalifornischen Schweinswal, auch Golftümmler genannt, sind es darum nur 30 Shirts. Die gesamte Limited Edition beinhaltet insgesamt nur 1775 Hemden. Laut der Website von Lacoste sind die auch bereits ausverkauft, obwohl sie erst gerade ins Sortiment genommen wurden.

Der Preis pro Hemd lag bei 150 Euro, wie Adweek.com berichtet. «Schön wäre es natürlich, wenn Gewinne aus einer solchen Aktion dann auch dem Artenschutz zugute kommen würden», sagt Philipp Scharfenberger, Marketingexperte am Institute for Customer Insight der Universität St. Gallen.

Lacoste erscheint aktiv

Scharfenberger findet die Aktion gelungen: «Die Aktion ist meines Erachtens eine kreative Maßnahme, um in positiver Form auf ein ausgesprochen wichtiges Thema aufmerksam zu machen», so der Experte. Aktionen dieser Art würden einerseits einen ethischen Zweck erfüllen, gleichzeitig aber auch dem Unternehmen zugutekommen – schließlich würden viele Konsumenten ein solches Engagement schätzen.

Eine knappe Serie ist laut Scharfenberger zudem eine populäre Methode, um auf eine Marke aufmerksam zu machen. Für den Experten kann die Aktion auch als Guerilla-Maßnahme eingeordnet werden: Bei verhältnismäßig niedrigem finanziellem Aufwand könne man damit sehr viele Konsumenten erreichen.

Die Aktion dürfte für Lacoste also ein Marketing-Schnäppchen sein. Selbst einige Hunderttausend Euro dürften bei einem jährlichen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro kaum ins Gewicht fallen.

Aktion könnte Herstellungsrichtlinien in den Vordergrund rücken

Unternehmen müssen laut Scharfenberger bei solchen Engagements allerdings bedenken, dass manche Konsumenten gerade in Reaktion darauf hinterfragen, wie es mit den ethischen Grundsätzen des Unternehmens steht. Bei Kleiderfirmen gehe es hier etwa um die Herstellungsrichtlinien. Hier müsse dann die Botschaft der Aktion auch mit dem allgemeinen Verhalten des Unternehmens übereinstimmen.

Lacoste betont, dass bei der Produktion hohe soziale und ökologische Qualitätsstandards gelten, unabhängig davon, in welchem Teil der Welt sich die Werke befinden. Das Unternehmen ist unter anderem seit 2012 Mitglied des United Nations Global Compact, einer Initiative für Nachhaltigkeit. Lacoste lancierte bereits 2009 ein Tierschutzprogramm für Krokodile und deren Lebensräume.

(L'essentiel)

Deine Meinung