lux-Airport – Landet Ryanair bald auf dem Flughafen Findel?

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lux-AirportLandet Ryanair bald auf dem Flughafen Findel?

LUXEMBURG/MAINZ - Der Verkehrsminister in Mainz ist sich sicher: Ryanair verhandelt mit dem Flughafen Findel über neue Verbindungen. Der flügellahme Airport Hahn zittert.

Ryanair ist eine der profitabelsten Fluggesellschaften in Europa. Bis Ende September verdiente das Unternehmen 843 Millionen Euro – 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Ryanair ist eine der profitabelsten Fluggesellschaften in Europa. Bis Ende September verdiente das Unternehmen 843 Millionen Euro – 41 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

DPA/Bernd Settnik

Die irische Billig-Airline Ryanair soll den Flughafen Findel als neues Landeziel im Visier haben. Informationen des rheinland-pfälzischen Verkehrsministers Roger Lewentz zufolge steht die Fluggesellschaft seit dem Sommer in Verhandlungen mit Lux-Airport. Ryanair-Chef Michael O’Leary habe Lewentz diese Information persönlich mitgeteilt, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage von L’essentiel. Der Flughafen Luxemburg dementierte am Donnerstag jedoch, Verhandlungen mit Ryanair zu führen. Zu Fragen nahmen sie ansonsten keine Stellung.

Berichte über eine mögliche Expansion von Ryanair nach Luxemburg gab es immer wieder. Vor zwei Jahren erkundigte sich ein von der irischen Airline beauftragtes Unternehmen über die Flughafengebühren auf dem Findel. Damals hieß es von Seiten des Flughafens, es seien noch Punkte für eine mögliche Kooperation mit Ryanair zu klären. Die Fluggesellschaft selbst erklärt in einer Mitteilung an L'essentiel, dass man stets an neuen Flugrouten interessiert sei. An «Gerüchten oder Spekulationen» wolle man sich aber nicht beteiligen.

Airport Hahn in Nöten

Sollte Ryanair in Luxemburg aufkreuzen, könnte dies gleichzeitig einen weiteren Rückschlag für den finanziell angeschlagenen Flughafen Hahn (Rheinland-Pfalz) bedeuten, der auch von Passagieren aus Frankreich, Luxemburg und Belgien genutzt wird. Die Betreiber mussten zuletzt die Nachricht hinnehmen, dass Ryanair ab Hahn nur mehr 40 statt 44 Flugziele anbieten will. Gestrichen wurden unter anderem die spanischen Ferien-Destinationen Fuerteventura und Lanzarote. Ein möglicher Hinweis darauf, dass sich Ryanair nach anderen Landeplätzen umsieht. Beide Ziele werden auch von der Luxair am Findel angeboten.

Im Landtag in Mainz werden unterdessen Pläne für einen Verkauf des desolaten Airports gewälzt, der zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen gehört. «Es gibt Interessenten», sagte Lewentz am Dienstag. Die einzigen Passagier-Linienfluggesellschaften in Hahn sind derzeit Ryanair und die kleinere Wizzair.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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