Glyphosat-Verbot – Landwirten in Luxemburg wird Umstieg erleichtert

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Glyphosat-VerbotLandwirten in Luxemburg wird Umstieg erleichtert

LUXEMBURG – Seit dem 1. Januar 2021 ist das Großherzogtum das erste europäische Land, das den Einsatz von Glyphosat verbietet. Nicht ohne Folgen.

Seit 1. Januar ist der Einsatz von Glyphosat ist in Luxemburg verboten.

Seit 1. Januar ist der Einsatz von Glyphosat ist in Luxemburg verboten.

AFP/Jean-Francois Monier

Das Großherzogtum nimmt gerne die Vorreiterrolle ein: Erst der für die Bürger kostenfreie Personennahverkehr und seit 1. Januar ist Luxemburg das erste europäische Land, das Glyphosat verbietet. Während die EU das weltweit am häufigsten verwendete Herbizid bis Mitte Dezember 2022 duldet, müssen die 1313 Landwirte des Landes schon jetzt darauf verzichten. «Ein entscheidender Schritt in Richtung eines nachhaltigen Ansatzes», rühmt sich das Landwirtschaftsministerium, das zur Erleichterung des Umstiegs im Jahr 2019 beschlossen hat, diejenigen finanziell zu unterstützen, die vor 2021 auf Glyphosat verzichten wollen. Sodass bis Ende 2020 bereits 100 Prozent der Winzer und 60 Prozent der Landwirte des Landes darauf verzichteten.

Ohne Glyphosat zu produzieren ist angesichts des Wettbewerbs eine Herausforderung. Das Ministerium erklärt deshalb, dass es «beabsichtigt, den finanziellen Ausgleich im Jahr 2021 beizubehalten». In Ermangelung einer chemischen Alternative sind die mechanischen Optionen teurer und erfordern mehr Arbeit. Am Lycée technique agricole (LTA) in Ettelbrück wird das Anliegen einer nachhaltigen Landwirtschaft gelehrt, modernste Techniken werden hier auf Versuchsfeldern erprobt. Doch Tom Delles, Direktor des LTA, gibt zu Bedenken: «Es ist eine Revolution für die Branche». Aber es kostet Geld. Auch weil billiges Glyphosat zum Standard geworden ist.

Guy Reiland, Lehrer am LTA und Mitglied eines Familienbetriebs in Nospelt, weist auf eine weitere Sorge hin. «Immer mehr junge Landwirte fühlen sich zum ökologischen Landbau hingezogen, aber Auflagen und Normen vertreiben andere», befürchtet er, «bis Russland». Für viele sei dies gar nicht so weit, sondern einfach hinter der Grenze. Und wie sei es dort mit dem Einsatz von Glyphosat bestellt? «Ohne ihre Flächen im Ausland hätten viele Leute gar nicht ihr Auskommen», sagt Reiland, der auf ein weiteres Problem hinweist: Denn «die Produkte derer, die aufgeben, stehen in den gleichen Regalen.»

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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