Himalaya: Lawine erfasst 34 Bergsteiger – Dutzende sitzen in Gletscherspalte fest

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HimalayaLawine erfasst 34 Bergsteiger – Dutzende sitzen in Gletscherspalte fest

Bei einem Lawinenunglück im indischen Teil des Himalaya-Gebirges sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Teilnehmende der 34-köpfigen Expeditionsgruppe warten noch auf Rettung.

von
Karin Leuthold
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Eine 34-köpfige Gruppe befand sich am 4. Oktober 2022 auf dem Rückweg vom 5670 Meter hohen Berg Draupadi Danda-2, als sie in rund 4880 Metern Höhe von einer Lawine erfasst wurde.

Eine 34-köpfige Gruppe befand sich am 4. Oktober 2022 auf dem Rückweg vom 5670 Meter hohen Berg Draupadi Danda-2, als sie in rund 4880 Metern Höhe von einer Lawine erfasst wurde.

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Die 34 Auszubildenden und sieben Ausbilder übten Navigation, als die Lawine von einem Gipfel der Gangotri-Gruppe im westlichen Teil des Garhwal-Himalayas losbrach.

Die 34 Auszubildenden und sieben Ausbilder übten Navigation, als die Lawine von einem Gipfel der Gangotri-Gruppe im westlichen Teil des Garhwal-Himalayas losbrach.

Twitter/ANI UP/Uttarakhand
Die indische Luftwaffe schickte sofort zwei Helikopter zur Unterstützung der Suche.

Die indische Luftwaffe schickte sofort zwei Helikopter zur Unterstützung der Suche.

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In den Himalayas spielen sich dramatische Stunden ab: Eine Gruppe von 34 angehenden Bergsteiger wurde am Dienstagmorgen von einer Lawine mitgerissen. Mindestens vier Menschen wurden getötet, Dutzende werden noch vermisst. Aufgrund von Regen und Schneefall mussten jedoch die Sucharbeiten für die Nacht unterbrochen werden.

Die 34 Auszubildenden und sieben Ausbilder übten Navigation, als die Lawine von einem Gipfel der Gangotri-Gruppe im westlichen Teil des Garhwal-Himalajas losbrach. Gegen 9.30 Uhr (Ortszeit) wurden die Rettungskräfte alarmiert. Die indische Luftwaffe habe sofort zwei Helikopter zur Unterstützung der Suche losgeschickt, wie «BBC» berichtet.

Acht Menschen konnten gerettet und in ein Spital geflogen werden, sagte der Polizeichef des indischen Unionsstaates Uttarakhand, Ashok Kumar. Die übrigen seien in einer Gletscherspalte eingeschlossen, so die Retter. Lokalen Medienberichten zufolge könnte die Zahl der Todesopfer noch erheblich steigen.

Bei der Gruppe handelt es sich um Bergsteiger, die sich in Ausbildung im nahe gelegenen Nehru Institute of Mountaineering befinden. Nach Angaben der Überlebenden befand sich die Gruppe auf dem Rückweg vom 5670 Meter hohen Berg Draupadi Danda-2, als sie in rund 4880 Metern Höhe  von den Schneemassen überrascht wurde.

Das Klima und die Lage machten die Rettungsarbeiten schwierig, sagte Ridhim Aggarwal von der staatlichen Katastrophenschutzbehörde der Nachrichtenagentur AFP. «Die indische Luftwaffe fliegt den Berg aus der Luft an. Es ist nicht einfach, die Stelle zu erreichen», bestätigte Polizeichef Kumar.

Der indischen Verteidigungsminister Rajnath Singh trauert um die Opfer des Unglücks auf Twitter: «Tief erschüttert über den Verlust wertvoller Menschenleben durch eine Lawine.»

Erst vor einer Woche war die bekannte Extremskifahrerin Hilaree Nelson im Himalaja tödlich verunglückt. Die 49-Jährige war bei der gemeinsamen Abfahrt mit ihrem Partner Jim Morrison vom Gipfel des 8163 Meter hohen Bergs Manaslu, dem achthöchsten Berg der Welt, abgestürzt. Ihr Leichnam wurde zwei Tage später gefunden und in die Hauptstadt Kathmandu gebracht.

Die US-Amerikanerin wurde am vergangenen Sonntag in Nepal begraben. Die traditionelle Zeremonie an einer Sherpa-Einäscherungsstätte wurde von buddhistischen Mönchen geleitet. Familienangehörige, Freunde und Regierungsvertreter nahmen daran teil. 

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