Italien-Flüge – LCGB stellt Cargolux Ultimatum

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Italien-FlügeLCGB stellt Cargolux Ultimatum

LUXEMBURG - Die LCGB hat Cargolux ein Ultimatum gestellt: Bis Donnerstagnacht soll das Unternehmen auf einen Brief der Gewerkschaft reagieren.

Cargolux-Direktor Dirk Reich will der LCGB bis Monatsende antworten.

Cargolux-Direktor Dirk Reich will der LCGB bis Monatsende antworten.

Die Entwicklungen bei Cargolux Italia machen den Vertretern der Gewerkschaften noch immer Sorgen - vor allem denen der LCGB, die am Freitagmorgen eine Pressekonferenz zu diesem Thema angekündigt hat.

Die christlich-soziale Gewerkschaft hat bereits am Montag einen Brief an Cargolux geschickt - und erwartet bis vor «Mitternacht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag» eine Antwort, sagt Gewerkschaftssekretär Aloyse Kapweiler gegenüber L'essentiel. «Wenn das Unternehmen nicht bis Donnerstagabend antwortet, werden wir unseren Worten Taten folgen lassen.» Das bedeute zwar noch kein Streik - aber ein Appell an die Arbeitnehmer, «sich akribisch an die Tarifverträge zu halten». Mit anderen Worten: Keine Überstunden mehr, keine flexiblen Arbeitszeiten mehr.

Keine spezifischen Forderungen

Spezifische Forderungen hat die LCGB noch nicht geäußert. Aber die Gewerkschaft fürchtet Sozialdumping und will Garantien für die Beschäftigten in Luxemburg.

Die Drohungen der LCGB kommen an einem sensiblen Zeitpunkt. Ebenfalls am Donnerstag hat Cargolux eine zweite Verbindung zwischen Mailand und Chicago eröffnet - ein Flugziel, dass «normalerweise vom Findel aus bedient wird», sagt Kapweiler. Laut dem Gewerkschaftler unterliegt das Logistik-Unternehmen einer groben Fehleinschätzung, denn «bei der gleichen Ladung sind die Kosten in Luxemburg und Italien gleich.»

OBGL wartet ab

Die OGBL hat sich noch nicht dazu entschieden, in den Arbeitskampf mit Cargolux zu treten. «Wir warten auf den Beginn der formellen Verhandlungen mit dem Management am 30. September, um unsere Beschwerden vorzubringen», sagt Hubert Hollerich, Generalsekretär der OBGL. «Wir werden warten und sehen, wie die Vorschläge von Cargolux ausehen, bevor wir kritisieren.»

Das Frachtunternehmen selbst erklärte gegenüber L'essentiel, dass es «auf die Forderungen der LCGB» antworten werde. Das soll «vor dem Monatsende» geschehen - ein genaues Datum nannte Cargolux jedoch nicht. Das Unternehmen bestätigte, dass am 30. September Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufgenommen werden sollen - und dass «Drohungen von Seiten der LCGB nicht akzeptiert werden» könnten. Ende August hatte Cargolux-Chef Dirk Reich bereits erklärt, dass Cargolux Italia «nicht den Findel bedrohe», weil Flugrouten nicht vom Großherzogtum abgezogen würden, sondern lediglich in Italien hinzugefügt würden.

(jg/L'essentiel)

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