Gequält und getötet – Lebenslänglich für belgischen Serienmörder

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Gequält und getötetLebenslänglich für belgischen Serienmörder

Der belgische Serienmörder Ronald Janssen muss wegen der Ermordung von drei jungen Menschen lebenslang in Haft. Der Lehrer könnte noch mehr Menschenleben auf dem Gewissen haben.

Roland Janssen (links) hat das Leben von drei jungen Menschen auf dem Gewissen.

Roland Janssen (links) hat das Leben von drei jungen Menschen auf dem Gewissen.

Dies hat ein Schwurgericht im flandrischen Tongern am Freitag entschieden. Wegen der von den Richtern zugleich festgestellten Heimtücke des 40-Jährigen ist eine vorzeitige Freilassung nach Verbüßung eines Teils der Strafe ausgeschlossen.

Der ehemalige Lehrer wurde verurteilt, weil er 2007 und 2010 zwei junge Frauen im Alter von 18 Jahren und einen 22-jährigen Mann bestialisch gequält und dann getötet hatte. Die Verbrechen hatten in Belgien große Empörung ausgelöst. Schon am Vortag war Janssen nicht nur des Mordes, sondern auch der Folter, der Vergewaltigung und der Freiheitsberaubung für schuldig befunden worden.

«Gesellschaft will sie nicht mehr in ihrer Mitte haben»

«Ich weiß nicht, ob Sie wieder in die Gesellschaft zurückkehren werden», sagte der vorsitzende Richter Michel Jordens nach der Verkündung des Strafmaßes. «Es kann gut sein, dass sie nicht mehr zurückkehren. Die Gesellschaft will Sie nicht mehr in ihrer Mitte haben.»

Janssen hatte auch am Freitag noch einmal sein Bedauern geäußert. «Ich weiß, dass die andere Seite meine Worte des Bedauerns niemals verstehen wird», sagte er. «Nicht einmal in 100 Jahren. Ich verstehe das völlig. Meine Worte des Bedauerns klingen immer wie eine Konfrontation mit dem vorherigen Leiden.»

Für weitere Morde verantwortlich?

Die Geschworenen hatten die Heimtücke der Taten festgestellt, weil Janssen bei seinen Morden - eines seiner Opfer war eine Nachbarin - mit großer Brutalität vorging. Zudem hatte er nach Feststellung des Gerichtes die Bluttagen sorgfältig geplant. Janssen selbst hatte hingegen im Prozess beteuert, es habe sich um Taten im Affekt gehandelt, weil er sich beleidigt oder gereizt gefühlt habe.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigte den Mann auch, für eine Reihe anderer Frauenmorde in den vergangenen Jahren verantwortlich gewesen zu sein, erhob deswegen jedoch keine Anklage.

(L'essentiel Online/dpa)

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