Neuer Stundenplan – Lehrer wehren sich gegen drei Stunden Mehrarbeit

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Neuer StundenplanLehrer wehren sich gegen drei Stunden Mehrarbeit

LUXEMBURG – Unterrichtsbeginn um 8 Uhr, montags und mittwochs bis 17 Uhr: Lehrer sollen künftig länger in der Klasse stehen. Doch die Lehrergewerkschaft wehrt sich.

Eine Schulstunde soll künftig nur mehr 55 Minuten dauern. So sieht es der neue Stundenplan des Bildungsministeriums vor.

Eine Schulstunde soll künftig nur mehr 55 Minuten dauern. So sieht es der neue Stundenplan des Bildungsministeriums vor.

SEW

Eine populistische Maßnahme, um Eltern zu besänftigten - so sieht Patrick Arendt vom Syndikat Erziehung und Wissenschaft (SEW) im OGBL den vom Bildungsministerium anvisierten neuen Stundenplan in den Grundschulen. «Wir haben Bildungsminister Meisch vor drei Tagen gefragt, welche Reformen er in der Grundschule plane. Er meinte, dass es noch zu früh sei, um darüber zu sprechen. Drei Tage später tischt er den Einrichtungen während den Gesprächsrunden mit den Präsidenten der Schulkomitees einen neuen Stundenplan auf.»

Der neue Stundenplan soll für Grundschulen im ganzen Land gelten. Im Detail sieht er vor, dass der Unterricht jeden Tag um acht Uhr beginnt. Die Dauer einer Schulstunde wird einheitlich auf 55 Minuten zurückgeschraubt. «Das bedeutet zwar weniger Unterricht, aber drei Stunden Mehraufwand pro Woche für die Lehrer.» Für die Lehrergewerkschaft wird die Schule damit in ein öffentliches Kinderhort umgewandelt.

Montags und mittwochs sollen die Kinder nämlich eine Stunde länger bis 17 Uhr in der Schule bleiben, um ihre Hausaufgaben erledigen zu können («Appui pédagogique»). «Diesen Appui gibt es bereits», wirft Patrick Arendt ein. Aber er wird bisher nur von wenigen Schülern in Anspruch genommen. «Man hat uns gesagt, dass die Schülerhorte (Maisons Relais, Anm.) Schwierigkeiten bei der Beaufsichtigung haben. Man sollte lieber mehr Personal einstellen, anstatt die Lehrer mit zusätzlichen Aufgaben zu überfrachten.»

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(Séverine Goffin/L'essentiel)

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