Schulsystem in Luxemburg – Lehrer werden aus dem Ruhestand geholt

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Schulsystem in LuxemburgLehrer werden aus dem Ruhestand geholt

LUXEMBURG – Das Bildungsministerium reagierte am Dienstagabend auf die Äußerungen der Gewerkschaft OGBL, die einen «akuten Lehrermangel» festgestellt hatte.

Der geregelte Ablauf des Unterrichts in Luxemburger Schulen sei sichergestellt, heißt es vonseiten des Bildungsministeriums.

Der geregelte Ablauf des Unterrichts in Luxemburger Schulen sei sichergestellt, heißt es vonseiten des Bildungsministeriums.

AFP

«Das Schulsystem funktioniert ordnungsgemäß im ganzen Land. Der Unterricht hat nicht nur rechtzeitig begonnen, den Schülern wird zudem eine hochwertige Ausbildung zuteil», versichert das Bildungsministerium in einem Communiqué, das am Dienstagabend als Reaktion auf die heftige Kritik der OGBL veröffentlicht wurde. Die Gewerkschaft hatte behauptet, dass das Schulsystem in Luxemburg unter einem «akuten Lehrermangel» leide.

Die Zahl der Schüler stieg in den Gemeinschaftsschulen um 884 im Vergleich zum Vorjahr, also von 47.698 im März 2016 auf 48.542 im Juli 2017. «Als Reaktion auf diesen Zuwachs sind die Unterrichtseinheiten pro Schule im Juli 2017 neu berechnet worden, um eine realistischen Blick auf den tatsächlichen Bedarf zu haben. 700 zusätzliche Unterrichtseinheiten sind bewilligt worden», heißt es vonseiten des Ministeriums.

Schwierigkeiten beim Anwerben von Lehrern

Allerdings gebe es Schwierigkeiten beim Anwerben neuer Lehrer, räumt das Ministerium ein. «Die Regierung hatte ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, insgesamt 291 Lehrer für das Jahr 2017/18 zu rekrutieren.» In den beiden Jahren davor lag die Zahl deutlich unter dem für das laufende Schuljahr angestrebten Niveau. Bisher konnten lediglich 168 Kandidaten aus dem Bewerbungsverfahren ausgewählt werden, darunter nur 91 neue Universitätsabsolventen.

Deshalb habe sich das Ministerium vorgenommen «die fachliche Kompetenz der Vertretungslehrer zu verbessern». Dafür seien mehrere Dinge nötig. Zum einen sei vorgesehen, «die Zahl der Absolventen der Diplôme Bac Plus -Studiengänge sowie die Anzahl der Pädagogen zu erhöhen». Zum anderen sollen die Lehrer mehr Überstunden machen. Zusätzlich wolle man Lehrer im Ruhestand vorübergehend in die Schulen zurückholen. «Es ist erklärtes Ziel, die Zahl der Vertretungslehrer soweit zu erhöhen, dass wir 1.200 bis 1.500 zusätzliche Unterrichtseinheiten anbieten können», heißt es vonseiten des Ministeriums. Derzeit sind bereits 160 potentielle Kandidaten in Schulungen.

(JW/L'essentiel)

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