Von Ureinwohnern getötet – Leiche des US-Missionars bleibt auf der Insel

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Von Ureinwohnern getötetLeiche des US-Missionars bleibt auf der Insel

Eine Völkerschutzorganisation warnt vor dem Bergen der Leiche des getöteten John Chau (27). Das Risiko sei auch für die Sentinelesen zu hoch.

Die Leiche des getöteten US-Missionars befindet sich nach wie vor auf der indischen Andamaneninsel. Und dort dürfte sie auch bleiben. Experten rufen die Behörden dazu auf, keine Versuche zu unternehmen, den Körper des 27-Jährigen zu bergen.

John Chau wurde Mitte November von Pfeilen der Ureinwohner durchsiebt. Der Stamm, dem 150 Personen zugeschrieben werden, lebt in Selbstversorgung auf der unzugänglichen Insel North Sentinel und lehnt feindselig jeglichen Kontakt zur Außenwelt ab.

Krankheiten könnten eingeschleppt werden

Die in London ansässige Völkerschutzorganisation Survival International teilte mit, dass jegliche Versuche, den Körper des jungen Missionars von der Insel zu holen, schreckliche Gefahren berge und auf jeden Fall vermieden werden solle.

Doch nicht nur für Auswärtige ist der Kontakt gefährlich. Auch das Volk der Sentinelesen sei dadurch bedroht. «Das Risiko einer tödlichen Epidemie durch Grippe, Masern oder andere Krankheiten ist sehr wahrscheinlich und steigt mit jedem Kontakt», schreibt die Organisation. «Der Stamm hat, anders als der Rest der Menschheit, kein Immunsystem, das an die Infektionserreger angepasst ist, die von Eindringlingen eingeschleppt werden könnten.»

«John Chaus Leiche sollte in Ruhe gelassen werden, ebenso wie die Sentinelesen.» Die Sperrzone rund um die Insel müsse ordnungsgemäß eingehalten werden, heißt es in der Stellungnahme der Organisation weiter.

(L'essentiel/kat)

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