Atlas der Unesco – Lëtzebuergesch ist eine «bedrohte Sprache»

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Atlas der UnescoLëtzebuergesch ist eine «bedrohte Sprache»

LUXEMBURG – 2474 Sprachen listet die Unesco in ihrem Atlas der bedrohten Sprachen auf. Das Luxemburgische ist darunter, aber weniger bedroht als viele andere.

Lëtzebuergesch taucht im Atlas der gefährdeten Sprachen auf, gilt aber nicht als stark gefährdete Sprache.

Lëtzebuergesch taucht im Atlas der gefährdeten Sprachen auf, gilt aber nicht als stark gefährdete Sprache.

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Fast die Hälfte der 6000 zurzeit weltweit gesprochenen Sprachen ist nach Einschätzung der Unesco vom Verschwinden bedroht. Alle zwei Wochen gehe eine Sprache verloren, teilte die Deutsche Unesco-Kommission am Mittwoch in Bonn mit.

Zu den bedrohten Sprachen gehört auch das Luxemburgische. Es taucht in einem Atlas der Unesco auf, in dem 2474 als bedroht eingestufte Sprachen aufgelistet sind und der wöchentlich aktualisiert wird.

390 000 Sprecher

Doch wer den Online-Atlas durchstöbert, stellt fest, dass die Nationalsprache deutlich weniger bedroht ist als viele andere Sprachen und Dialekte in der Großregion. Denn Lëtzebuergesch wird auf einer Skala mit vier verschiedenen Bedrohungsstufen lediglich auf die unterste als «anfällige Sprache» eingestuft. Laut Atlas gibt es 390 000 Luxemburgisch-Sprechende auf der Welt. Damit steht die Nationalsprache auf der gleichen Stufe wie etwa das Elsässische.

Bei den Nachbarn sieht es anders aus: In Belgien sprechen laut Unesco-Statistik fast 600 000 Menschen das Wallonische. Es gilt aber trotzdem als «durchaus gefährdet». Noch stärker gefährdet sind Dialekte bei den französischen Nachbarn: Dort gelten zum Beispiel das Lothringische, das Picardische sowie der Dialekt aus der Champagne oder auch das Bretonische als «ernstlich gefährdet». Auf der gleichen Stufe steht in Deutschland das Friesische.

Dass Sprachen gefährdet sind, hat vielfältige Gründe. Krieg, Vertreibung und Stigmatisierung gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung der Sprachen. Auch neue Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner Sprachen, insbesondere des Englischen. Ein wichtiger Faktor zur Stärkung gefährdeter Sprachen ist eine positive Einstellung zur eigenen Muttersprache.

sb/L’essentiel Online mit dpa

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