Menschenrechte: Letzte Gnadenbitte abgelehnt – Fünfte Hinrichtung in Singapur seit März

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MenschenrechteLetzte Gnadenbitte abgelehnt – Fünfte Hinrichtung in Singapur seit März

In Singapur ist erneut ein Mensch hingerichtet worden. Der Mann war 2017 wegen des Besitzes von 33 Gramm Heroin verurteilt worden.

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Die Hinrichtung des 64 Jahre alten Nazeri Lajim ist die fünfte in Singapur seit März.

Die Hinrichtung des 64 Jahre alten Nazeri Lajim ist die fünfte in Singapur seit März.

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Der singapurische Innenminister K. Shanmugam verteidigt die Todesstrafe für Drogenhändler.

Der singapurische Innenminister K. Shanmugam verteidigt die Todesstrafe für Drogenhändler.

REUTERS

Ein wegen Drogenhandels verurteilter Mann ist am Freitag in Singapur gehenkt worden. Das Todesurteil sei im Gefängnis vollstreckt worden, teilte die zuständige Behörde mit. Die Hinrichtung des 64 Jahre alten Nazeri Lajim ist die fünfte in Singapur seit März. Lajim war 2017 wegen des Besitzes von 33 Gramm Heroin verurteilt worden. Das Gericht hatte eine letzte Gnadenbitte des Mannes abgelehnt.

Amnesty International wirft Singapur eine «gnadenlose Hinrichtungswelle» vor. «Die Hinrichtungen zeigen, wie wenig sich die Behörden in Singapur um Menschenrechte kümmern», sagte Chiara Sangorgio, Expertin bei Amnesty International.

Geistig behinderter Mann hingerichtet

Die singapurische Menschenrechtsaktivistin Kirsten Han berichtete, dass Lajim selber drogenabhängig war, seit er 14 war. «Wenn uns das Wohlergehen von Menschen, die Drogen nehmen, wirklich am Herzen liegt, dann hätten wir Nazeri und anderen sinnvolle Unterstützung gegeben», sagte sie. Stattdessen sei der Mann immer wieder in Haft gekommen.

Nach einer Pause von mehr als zwei Jahren hatte Singapur im März wieder mit der Vollstreckung der Todesstrafe begonnen. Die Hinrichtung eines geistig behinderten Mannes im April hatte international große Empörung ausgelöst. Aktivisten befürchten, dass in den kommenden Monaten weitere Hinrichtungen folgen werden.

Behörden verteidigen Todesstrafe

Die Drogengesetze im Stadtstaat Singapur zählen zu den strengsten der Welt. Der singapurische Innenminister K. Shanmugam rechtfertigte dies kürzlich in einem BBC-Interview damit, dass es «klare Beweise gebe, dass es ein abschreckendes Mittel für potenzielle Drogenhändler ist». Die Vereinten Nationen hingegen betonen, dass die Todesstrafe sich weltweit nicht als Abschreckung bewährt habe.

(L'essentiel/AFP/fur)

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