EU-Gipfel – Libyen-Krise entzweit Paris und Berlin

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EU-GipfelLibyen-Krise entzweit Paris und Berlin

In der Euro- und Schuldenkrise arbeiten Berlin und Paris eng zusammen. Bei der Militäraktion in Libyen sieht das ganz anders aus: Frankreich kämpft an vorderster Front, Deutschland enthält sich.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält nichts von militärischen Einsätzen in der arabischen Welt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält nichts von militärischen Einsätzen in der arabischen Welt.

DPA

Die Libyen-Krise treibt einen Keil zwischen Deutschland und Frankreich. Beim EU-Gipfel in Brüssel wurde deutlich, dass die Standpunkte der Regierungen in Berlin und Paris derzeit unversöhnlich sind. Frankreich sucht bei der Militäraktion gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi vor allem den Schulterschluss mit Großbritannien. Beide Länder sind ständige Mitglieder im UN-Sicherheitsrat.

Frankreich warnt die arabischen Diktatoren

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy sorgte mit seiner Drohung an andere Diktatoren in der arabischen Welt für neue Aufregung. «Jeder Herrscher muss verstehen, und vor allem jeder arabische Herrscher muss verstehen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von nun an jedes Mal die Gleiche sein wird», sagte er mit Blick auf Syrien und andere Staaten. «Wir werden an der Seite der Bevölkerung sein, die ohne Gewalt demonstriert.»

Merkel und Westerwelle sehen gefährliche Diskussion

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) halten hingegen nichts davon. «Ich sehe hier wirklich eine sehr gefährliche Diskussion, auch mit sehr schwierigen Folgen für die Region und die arabische Welt insgesamt», sagte Westerwelle im rbb-Inforadio. Sarkozy kündigte hingegen nach Abschluss des Treffens in Brüsel an, Paris und London wollten in den nächsten Tagen eine politische Strategie für ein Ende des Libyen-Konflikts präsentieren. «Die Lösung kann nicht nur eine militärische sein.»

L'essentiel Online /

(dpa)

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