Luxemburger Gastronomen – «Lieber um 23 Uhr schließen als komplett»
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Luxemburger Gastronomen«Lieber um 23 Uhr schließen als komplett»

LUXEMBURG – Frühe Sperrstunde, 2G-Plus: Nach Weihnachten gelten für das Gastgewerbe wieder schärfere Corona-Maßnahmen. So reagiert die Branche auf die veränderte Situation.

Restaurants und Bars müssen ab dem 25. Dezember bereits um 23 Uhr ihre Türen schließen.

Restaurants und Bars müssen ab dem 25. Dezember bereits um 23 Uhr ihre Türen schließen.

Editpress/Julien Garroy/Archiv

«Es ist ein bisschen entmutigend, aber mir ist das lieber als eine völlige Schließung wie im letzten Jahr», sagt Ramin Safavi vom Café Interview in der Hauptstadt gegenüber L'essentiel. Nach der Ankündigung der neuen Maßnahmen, die die Bars und Restaurants treffen, schwanken die Fachleute zwischen Enttäuschung und Erleichterung. Alle sind sich der möglichen Gefahren durch die Ausbreitung der Omikron-Variante bewusst.

Auch François Koepp teilte auf Anfrage unserer Zeitung seine «große Verwunderung» mit. Er begrüße aber, dass Bars und Restaurants geöffnet bleiben. Der Generalsekretär der Horesca sei zwar auf Maßnahmen, «insbesondere in Bezug auf das Nachtleben», vorbereitet gewesen, sei aber davon ausgegangen, dass die Regierung vor allem Privatpartys und Großveranstaltungen ins Visier nehmen würde.

Absacker im Privaten

Laut Koepp wäre eine Schließung um Mitternacht besser gewesen als um 23 Uhr: «Um diese Uhrzeit überlegen die Leute, noch einen letzten Drink bei einem Freund zu Hause zu nehmen. Um Mitternacht ist dies weniger der Fall», meint der Horesca-Generalsekretär.

Während die Restaurants weniger unter den neuen Einschränkungen leiden dürften, sei die Lage für die Diskotheken «sehr ernst»: Sie müssen ihre Türen erneut schließen. Durch staatlichen Hilfen, die zu 100 Prozent die Betriebskosten decken sollen, soll der Schaden begrenzt werden. «Wir haben den Weg dafür geebnet», meint François Koepp, er hoffe nun darauf, dass auch die Kurzarbeit wieder ermöglicht werde.

«Der zusätzliche Test ist sehr übertrieben»

Ein Allheilmittel sehen Gastronomen in den Hilfen allerdings nicht: «Das Problem ist, dass die Hilfen erst drei Monate später ankommen», sagt der Café-Besitzer M. Savafi. Insgesamt fühlen sich die Betreiber von Gaststätten ungerecht behandelt: «Ich bedauere, dass das Gastgewerbe die Kosten tragen muss, obwohl es aus gesundheitlicher Sicht dort nicht mehr Risiken gibt. Um in einem Restaurant essen zu können, muss man einen Impf- oder Genesungsnachweis erbringen und seinen Ausweis vorzeigen, auch auf der Terrasse. Die Leute werden nicht mehr kommen, aber sie werden sich weiterhin zu Hause treffen, wo es keine Kontrolle gibt», sagt Mireille Rahmé-Bley. Die Gastronomin ist am Downtown Café, dem Kapuzinerkloster, dem Restaurant L'Avenue und der Skybar beteiligt.

Die Einführung der Testpflicht für genesene und geimpfte Personen, die noch nicht geboostert sind, hält Safavi für «sehr übertrieben». Rahmé-Bley bedauert, dass Schnelltests vor Ort nicht mehr zugelassen sind. Für sie sei dies «eine gute Alternative» gewesen.

(th/mm/jw/L'essentiel)

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