Belgien – Löwin bricht aus Gehege aus und wird erschossen

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BelgienLöwin bricht aus Gehege aus und wird erschossen

Eine junge Löwin ist am Donnerstag aus ihrem Gehege im Zoo von Planckendael entkommen. Die Polizei tötete das Tier – und muss sich jetzt Kritik gefallen lassen.

Eine Löwin ist aus ihrem Gehege im Zoo Planckendael entkommen und danach erschossen worden.

Eine Löwin ist aus ihrem Gehege im Zoo Planckendael entkommen und danach erschossen worden.

AFP/AFP/Belga/Laurie Dieefembacq

«Schrecklich und unerklärlich» – mit diesen Worten kommentierte der flämische Minister für Tierschutz, Ben Weyts, den Tod einer freilaufenden Löwin in einem Tierpark nahe der Stadt Mechelen. Die Raubkatze war am Donnerstagmorgen im Zoo Planckendael ausgebüxt und danach von der Polizei erschossen werden.

Laut lokalen Medienberichten war die Löwin gegen 9.15 Uhr aufgrund eines «menschlichen Fehlers» aus ihrem Gehege entkommen. Die wenigen Besucher, die sich zu diesem Zeitpunkt im Zoo aufhielten, brachten sich gemeinsam mit dem Personal im Restaurant, in Geschäften und Souvenirläden auf dem Areal in Sicherheit. Eine Schulklasse, die gerade im Zoo eintraf, musste aus Sicherheitsgründen im Bus bleiben.

Ein Tierarzt wurde gerufen, um das entlaufene Tier zu betäuben. Doch weil sich die Raubkatze ständig in Bewegung befand, scheiterte das Vorhaben. «Nach zwei erfolglosen Betäubungsversuchen mussten wir die Löwin abschießen», erklärte der Zoo.

Belgische Tierschützer kritisierten die Tötung der Raubkatze. Die Polizisten hätten sich «wie Cowboys» verhalten, lautete der Vorwurf. «War es wirklich notwendig, ein so drastisches Mittel gegen das Tier einzusetzen?», fragte Michel Vandenbosch, Präsident der Groupe d'action dans l'intérêt des animaux. Er forderte eine «unabhängige und gründliche Untersuchung» des Vorfalls. Der Tierpark Planckendael zählt zu einem der größten in Belgien.


(L'essentiel mit AFP)

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