Nach Terroranschlag – Londoner Behörden stehen in der Kritik

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Nach TerroranschlagLondoner Behörden stehen in der Kritik

Der britische Geheimdienst steht unter Beschuss. Die beiden Attentäter sollen längst aktenkundig gewesen sein. Derweil ist ein Video des Attentats aufgetaucht.

Schwere Vorwürfe gegen den britischen Inlandgeheimdienst: Wie die Zeitung «Dailymail» berichtet, hat der britische Inlandgeheimdienst MI5 die beiden mutmaßlichen Attentäter des Blutbads von London seit acht Jahren beobachtet. Der Geheimdienst sieht sich nun mit schweren Vorwürfen konfrontiert, die Situation der beiden Täter falsch eingeschätzt zu haben.

Immer mehr Details zu den beiden Briten nigerianischer Abstammung. Einer der beiden - Michael Adebolajo - war schon vor sechs Jahren von der Polizei fotografiert worden – nur Zentimeter hinter dem als Hassprediger bekannten Islamisten Anjem Choudary. Wie Dailymail weiter berichtet, sei er gar bei der Ausreise nach Somalia abgefangen worden, wo er offenbar mit islamistischen Terroristen an Kämpfen habe teilnehmen wollen.

Selbst gepredigt

Die Zeitung enthüllt weiter, dass Adebolajo nur eine Woche vor dem Anschlag und nur etwa hundert Meter vom Tatort entfernt noch zum Jihad aufgerufen habe.

Er sei zudem ein gewalttätiger Ex-Häftling und Mitglied einer verbotenen Islamisten-Gruppierung.

Premierminister Dave Cameron hat inzwischen eine Untersuchung zu den Versäumnissen des MI5 verlangt.

Nach dem Anschlag zweier mutmaßlicher Islamisten auf den Soldaten Lee Rigby auf offener Straße zeigen sich die Londoner Behörden alarmiert. Sowohl der britische Inlandgeheimdienst MI5 als auch die Polizei Scotland Yard haben den britischen Premierminister während eines Treffens des Sicherheitskabinetts Cobra vor möglichen Nachahmungstätern gewarnt, berichtet die britische «Times».

Als eine Folge davon wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor militärischen Gebäuden erhöht. Aktuell sind alleine in London 1200 zusätzliche Polizisten im Einsatz. Morgen Samstag wird im Wembley-Stadion vor zehntausenden Zuschauern das Finale der Champions League zwischen Borussia Dortmund und Bayern München ausgetragen.

Täter im Krankenhaus

Die beiden mutmaßlichen Täter liegen nach wie vor unter strengster Bewachung in einem Krankenhaus. Nach der Attacke gegen den 25-jährigen Lee Rigby sind die beiden Männer im Alter von 22 und 28 Jahren von der Polizei angeschossen worden. Die beiden sollen den britischen Pass besitzen und ursprünglich aus Nigeria stammen.

Währenddessen sickern weitere tragische Details zum Opfer durch. Das Boulevardblatt «The Sun» berichtet, dass sich Rigby um das Leben seiner Freundin gesorgt habe. Diese, ebenfalls Soldatin, stand in Afghanistan im Einsatz. Gestern wurde sie nach London eingeflogen.

(L'essentiel Online/bro)

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