Germanwings-Absturz – Lubitz schrieb ein Glückstagebuch
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Germanwings-AbsturzLubitz schrieb ein Glückstagebuch

Der Germanwings-Pilot Andreas Lubitz trug seine Gemütszustände in ein Tagebuch ein. Monate vor dem Absturz begann er eine Behandlung gegen seine Depression.

Zum Germanwings-Co-Piloten Andreas Lubitz, der am 24. März einen Airbus mit 150 Menschen an Bord zum Absturz gebracht hatte, kommen neue Details ans Licht. Er befand sich seit Januar dieses Jahres in psychotherapeutischer Behandlung. Im Rahmen dieser Therapie habe er ein sogenanntes Glückstagebuch geführt, berichtet «Spiegel online» und beruft sich auf Vermerke der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. An einer Stelle habe er notiert: «Im Großen und Ganzen alles okay.»

Anderswo vermerkte der damals 27-Jährige laut «Bild», er habe nur 3,5 Stunden geschlafen, seine Blutwerte seien aber in Ordnung. Mithilfe von Smileys kennzeichnete er positive Aspekte seines Lebens. Den letzten Eintrag habe Lubitz am 8. März 2015 geschrieben.

Schlafmittel und Antidepressiva

Lubitz konsultierte vor seinem Tod Dutzende Ärzte, ließ sich jedoch nie krankschreiben. Sein zuletzt behandelnder Psychiater verschrieb ihm Schlafmittel und das Antidepressivum Mirtazapin. Den Akten zufolge soll dieser den Piloten gebeten haben, die Medikamenten-Einnahme mit der Flugmedizin-Abteilung der Airline abzuklären. In den Wochen vor dem Absturz nahm der Pilot vier Psychopharmaka ein.

Weshalb Lubitz die Germanwings-Maschine zum Absturz brachte, ist immer noch Gegenstand der Ermittlungen der deutschen und französischen Behörden. Wann diese abgeschlossen sein werden, steht noch nicht fest.(L'essentiel/mlr)

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