Luxair: Tripartite kommt – löst sie das Problem?

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Arbeitsbedingungen bei LuxairLuftfahrt-Tripartite kommt – doch löst sie das Problem?

LUXEMBURG – Die Gewerkschaften bekommen im September den geforderten Tripartite-Termin. Über die beanstandeten Arbeitsbedingungen bei Luxair will die Regierung jedoch nicht sprechen.

Flughafen-Mitarbeiter vor einem Luxair-Jet auf dem Rollfeld.

Zu wenig Personal und der gleichzeitige Aufschwung in der Luftfahrtbranche machen den nach der Krise verbliebenden Mitarbeitern zu schaffen.

Editpress (Archiv)

Die Gewerkschaften LCGB, OGBL und NGL haben erneut die anhaltend hohe Arbeitsbelastung für das Personal bei der Fluggesellschaft Luxair beklagt. Sie forderten deshalb vom Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, François Bausch (Déi Gréng), die Einberufung des Begleitausschuss der Tripartite Luftfahrt. Anscheinend mit Erfolg – das Ministerium erklärte noch Dienstagnachmittag auf L'essentiel-Anfrage, dass es den 26. September als Termin vorgeschlagen habe. Der Wermutstropfen dabei: Laut Ministerium soll es weniger um die Arbeitsbedingungen der insgesamt 2800 Mitarbeiter gehen, als um die finanzielle Situation der Airline. «Die Personalverwaltung ist ein Problem, das intern zu regeln ist. Das Ministerium möchte sich nicht direkt einmischen», heißt es von der Pressestelle.

Bei Luxair nachgefragt, hat die Fluggesellschaft die von den Gewerkschaften geschilderte Situation grundsätzlich bestätigt. Seit der Coronakrise seien alle Beschäftigten einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt, insbesondere nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Außerdem sei man «mit einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld konfrontiert» und verlange den Mitarbeitern «mehr Flexibilität ab, besonders während der Sommermonate».

Den Tripartite-Termin in rund einem Monat befürwortet die Airline, an der der Luxemburger Staat zu 39,05 Prozent direkt und zu 21,81 Prozent indirekt beteiligt ist. So könnten Möglichkeiten erarbeitet werden, «die anhaltend komplizierte Lage bestmöglich zu lösen». Dazu gehörten unter anderem geplante Neueinstellungen, um das Personal wieder aufzustocken. Anfang August hatte François Bausch erklärt, dass Luxair im laufenden Jahr bisher knapp 100 Personen eingestellt habe.

(mei/ol)

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