Flugbranche – Lufthansa will selbst nach Luxemburg fliegen

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FlugbrancheLufthansa will selbst nach Luxemburg fliegen

LUXEMBURG - Der Lufthansa-Konzern will seine Beteiligung bei Luxair beenden. Stattdessen möchte der Konzern selbst Flüge zwischen Findel und Frankfurt anbieten.

Die Lufthansa will künftig lieber mit größeren Investments als bei Luxair mitmischen.

Die Lufthansa will künftig lieber mit größeren Investments als bei Luxair mitmischen.

Flickr/Eric Salard

Der Lufthansa-Konzern will seine finanziellen Beteiligungen bei der Luxair verkaufen. Eine entsprechende Meldung von RTL bestätigte eine Sprecherin des Transportministeriums sowie Lufthansa selbst gegenüber L'essentiel. Die deutsche Fluggesellschaft besitzt aktuell 13 Prozent der Anteile an der luxemburgischen Airline. Minister François Bausch sei über den Plan vor einiger Zeit am Telefon informiert worden und werde noch einen offiziellen Brief als Bestätigung erhalten. «Wir haben die Möglichkeit eines Verkaufs mit den übrigen Anteilseignern erörtert. Derzeit gibt es aber zu den weiteren Schritten keine Entscheidung», erklärt Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow gegenüber L'essentiel.

Laut dem Schreiben an das Transportministerium hat die deutsche Fluglinie entschieden, ihr Aktienportfolio umzuschichten und künftig größere Investments bei Unternehmen anzugehen. Der Minister wird die anderen Aktionäre von Luxair «schnellstmöglich» informieren, um die Situation zu besprechen. Es sei noch zu früh, zu sagen, was mit den 13 Prozent des freien Kapitals passieren sollen. Eine Möglichkeit wäre, dass der Staat wieder seinen aktuellen Anteil von 39,04 Prozent aufstockt und wie beim Panalpina-Ausstieg 2012 Mehrheitsaktionär wird.

Weiterhin plant die Airline offenbar, Flugzeuge in Eigenregie zwischen Frankfurt nach Luxemburg jetten zu lassen – und zwar schon bald. «Lufthansa plant ab Beginn des Winterflugplanes am 25. Oktober, die Verbindungen FRA-LUX unter eigener Verantwortung anzubieten», sagt Jachnow. Einzig wirtschaftliche Erwägungen hätten zu dieser Entscheidung geführt.

Kapital ist aufgeteilt

Paul Helminger, Präsident des Verwaltungsrats der nationalen Fluggesellschaft, sagt zu L'essentiel: «Es gibt aktuell keine Verhandlungen zwischen Luxair und Lufthansa über eine Veräußerung des deutschen Aktienanteils. Wir diskutieren momentan eine veränderte Kooperation auf den Strecken nach Frankfurt und München.»

Neben dem Staat und der Lufthansa verfügen derzeit die Spuerkeess (21,81 Prozent), die BIL (13,14 Prozent) und die LuxairGroup Anteile an der heimischen Airline. Sie teilen sich ein Kapital von 13,75 Millionen Euro für 110.000 Anteile.

(Mathieu Vacon/sen/L’essentiel)

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