In Luxemburg – Luxair ließ kranken Jungen und Hund nicht an Bord

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In LuxemburgLuxair ließ kranken Jungen und Hund nicht an Bord

LUXEMBURG – Ein junger Diabetiker konnte wegen seines Assistenzhundes nicht mit Luxair fliegen. Die Airline rechtfertigt sich.

Der 15-jährige Diabetiker Hugo und sein Assistenzhund Medley.

Der 15-jährige Diabetiker Hugo und sein Assistenzhund Medley.

Die Familie Ricci, die in der Nähe von Forbach in Frankreich lebt, wollte die Feiertage rund um Allerheiligen nutzen, um eine Flugreise nach Lissabon zu unternehmen. Reisen selbst wollten sie mit Luxair. Allerdings wollte Luxair nicht mit ihnen reisen. Die luxemburgische Fluggesellschaft konnte die Familie wegen der Anwesenheit von Medley – einem Assistenzhund, der den 15-jährigen und an Diabetes erkrankten Sohn Hugo stets begleitet – nicht in den Urlaub bringen.

Medley kam im Juni als Assistenzhund für Hugo in die Familie, um die Hypoglykämieattacken des Jugendlichen zu erkennen. Seitdem hat er die Familie nicht mehr verlassen. Die Familie gab Medley als Blindenhund an, doch ihre Reservierung wurde abgelehnt.

Rahmenbedingungen werden in Kürze erweitert

Luxair begründet dies mit schlechtem Timing: «Wir haben gerade die Ausarbeitung der neuen Vorschriften zum Thema Assistenzhunde abgeschlossen. Der Text ist fertig, er muss nur noch validiert werden», erklärt ein Unternehmenssprecher. Die Rahmenbedingungen für den Flug mit einem medizinischen Assistenzhund würden in Kürze erweitert. Diabetiker-Warnhunde würden somit genauso an Bord akzeptiert wie Blindenführhunde.

«Wir dachten, unsere Bedingungen seien auf dem neuesten Stand, aber das waren sie nicht. Das ändert sich alles schnell, man muss sich anpassen», sagt der Sprecher. Die Mitarbeiter, die die Reservierung der Riccis vorgenommen haben, haben einfach die derzeit geltende Regel angewendet. «Wir sind uns bewusst, dass wir in diesem Punkt vorankommen müssen, um niemanden zu benachteiligen», schließt Luxair.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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