Islamische Anleihen – Luxemburg bekommt seinen ersten «Sukuk»
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Islamische AnleihenLuxemburg bekommt seinen ersten «Sukuk»

LUXEMBURG - Das Großherzogtum hat als erster Staat der Eurozone «Sukuk»-Anleihen realisiert und sich damit für islamische Investoren attraktiver gemacht.

Luxemburg wird durch die «Sukuk»-Anleihen ein Finanz-Zentrum für islamische Bankgeschäfte.

Luxemburg wird durch die «Sukuk»-Anleihen ein Finanz-Zentrum für islamische Bankgeschäfte.

AFP

Die Operation unterstreiche das Know-How Luxemburgs im Bezug auf die Finanzen des Islam. Das sagte Finanzminister Pierre Gramegna (DP) am Dienstag. Das Großherzogtum hat über das Staatsunternehmen Securities SA seine ersten Anleihen von «Sukuk» im Wert von 200 Millionen Euro realisiert - als erstes Land in der Eurozone.

«Sukuk»-Anleihen sind angepasst an die Grundsätze des islamischen Finanzwesens. Das islamische Gesetz verlangt, dass keine Zinsen auf das angelegte Kapital gezahlt werden. Muslime sind deshalb auf Finanzprodukte angewiesen, die in anderer Form Rendite bringen. So sind nun drei Gebäude (zwei auf dem Kirchberg und das Gutenberg-Gebäude in Strassen) in einer Gesellschaft zusammengefasst, die zu 100 Prozent dem luxemburgischen Staat gehört. Sie soll die «Sukuk»-Anteilsscheine emittieren. Investoren bekommen dann Anteile an dem Geld, dass die Mieter für die Räumlichkeiten in den Gebäuden zahlen.

Das Großherzogtum hatte am 9. Juli das Gesetz zur Ermächtigung der Markteinführung von «Sukuk» angenommen. Im März hatte der Staatsrat noch darauf hingewiesen, dass lediglich kleine Summen in dieser ersten Anleihe beteiligt sein sollen - «nur» 200 Millionen Euro. Nun ist Luxemburg ein wesentliches Finanz-Zentrum für islamische Bankgeschäfte außerhalb der Golfstaaten.

(jg/L'essentiel)

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