Personalmangel: Luxemburg braucht 300.000 neue Arbeitskräfte bis 2030

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Personalmangel Luxemburg braucht 300.000 neue Arbeitskräfte bis 2030

LUXEMBURG – Der Unternehmerverband (UEL) weist darauf hin, dass die Arbeitgeber des Landes in allen Sektoren und Branchen mit einem akuten Mangel an Personal zu kämpfen haben.

55 Prozent der Unternehmen sehen den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften als größtes Hindernis für ihre wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 an.

55 Prozent der Unternehmen sehen den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften als größtes Hindernis für ihre wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 an.

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Der Mangel an Personal hält die Unternehmen Luxemburgs immer noch in Atem, und eine Entspannung der Situation auf dem Arbeitsmarkt ist derzeit nicht in Sicht. So beläuft sich der Personal-Bedarf im Großherzogtum schätzungsweise auf rund 300.000 Personen bis zum Jahr 2030. Mit eingeschlossen in der Zahl sind auch diejenigen, die aufgrund ihres Renteneintritt für den Jobmarkt wegfallen. Dies prognostiziert die Union des entreprises luxembourgeoises (UEL) in ihrem ersten Beschäftigungsbarometer bei Personalberatungsfirmen, das am Dienstag veröffentlicht wurde.

«Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen die Feststellungen zum Arbeitskräftemangel, mit dem die Arbeitgeber des Landes in allen Sektoren konfrontiert sind», heißt es im Bericht der UEL. Demnach sehen 55 Prozent der Unternehmen den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften als Haupthindernis für ihre wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023. Darüber hinaus bestätigten 70 Prozent der Handwerksbetriebe einen Personalmangel im zweiten Quartal 2022. Nach Angaben der Handwerkskammer müsste Luxemburg in den nächsten zwölf Monaten rund 1.700 qualifizierte Arbeitskräfte finden, um mit der Nachfrage der Kunden Schritt zu halten.

Flexibilität oder Lebensqualität ist Arbeitnehmern im Land fast so wichtig wie das Gehalt

«Aus dem Barometer geht hervor, dass sowohl die Arbeitsorganisation als auch der steuerliche Rahmen angepasst werden müssen, um die erforderten Arbeitskräfte nach Luxemburg zu locken», so der Unternehmerverband. In diesem Zusammenhang stellt die UEL auch fest, dass das Gehalt das wichtigste Kriterium für die Attraktivität eines Arbeitsplatzes ist, dass aber gleichzeitig Flexibilität und Lebensqualität (Telearbeit, Standort, Satellitenbüros usw.) ähnlich hoch bewertet werden wie die finanzielle Entlohnung. Angebotene Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Job stehen für Arbeitnehmer dabei an dritter Stelle. Die Unternehmenskultur folgt erst danach.

«Wir teilen das Ziel der UEL, den luxemburgischen Arbeitsmarkt über die Großregion hinaus bekannt zu machen und mehr qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen» betont Gwladys Costant, Co-Vorsitzende der Federation for Recruitment, Search & Selection (fr2s).

(ol)

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