Steuerabkommen: Luxemburg diskutiert mit seinen Nachbarn über Ausweitung der Telearbeit

Publiziert

SteuerabkommenLuxemburg diskutiert mit seinen Nachbarn über Ausweitung der Telearbeit

LUXEMBURG – Das Großherzogtum möchte die Telearbeit fördern und zwar nicht nur in Luxemburg, sondern auch in den drei Nachbarländern. Entsprechende Verhandlungen laufen bereits, einige davon waren sogar schon erfolgreich.

Zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie hatte sich die Telearbeit etabliert, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Jetzt haben sich neue Gründe ergeben, die zum weiteren festen Bestand der Telearbeit führen könnten. Energie soll eingespart werden, der Umwelt zuliebe soll der Straßenverkehr reduziert werden und die Work-Life-Balance der arbeitenden Bevölkerung soll gefördert werden. Ein größeres Maß an möglicher Telearbeit brächte dementsprechend viele Vorteile. Um diese Vorteile auch umzusetzen, arbeitet die luxemburgische Regierung jetzt mit den Nachbarländern zusammen. Ziel ist, die steuerliche Toleranzgrenze anzuheben.

Die steuerliche Toleranzschwelle meint die Anzahl von Tagen, bei deren Überschreitung Grenzgänger einen Teil ihres Einkommens in ihrem Wohnsitzland angeben und Steuern zahlen müssen. Für Grenzgänger aus Belgien liegt die Messlatte bei 24 Tagen, für Franzosen bei 29 Tagen und für Grenzgänger aus Deutschland bei 19 Tagen. Diese Toleranzschwellen will Luxemburg über die drei Grenzen des Landes hinaus anheben.

Für Belgien und Frankreich sind 34 Tage geplant. Eine formelle Vereinbarung mit Belgien wurde bereits getroffen. Am 17. Mai wurde sie von der Abgeordnetenkammer im Großherzogtum abgesegnet. In Belgien selbst ist dies jedoch noch nicht passiert. Sobald das belgische Parlament dies nachholt, werden die zehn zusätzlichen Toleranztage rückwirkend zum 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Einigung mit Frankreich, aber noch nicht mit Deutschland

Laut Finanzministerin Yuriko Backes arbeitet man mit Frankreich an einer «Grundsatzvereinbarung». «Die zuständigen Behörden beider Länder stehen hinsichtlich der technischen Modalitäten in Kontakt mit dem Ziel, einen Zusatz zum Steuerabkommen zwischen Luxemburg und Frankreich vorzulegen und zu unterzeichnen», so die Ministerin. Dieser Zusatz müsse dann von der Abgeordnetenkammer bestätigt werden.

In Deutschland dagegen sieht die Lage weit weniger fortschrittlich aus, obwohl die steuerliche Toleranzschwelle hier bereits am niedrigsten liegt. «Es gab Kontakte zwischen den luxemburgischen und deutschen Behörden, um einen Verhandlungsprozess in Gang zu setzen», erklärte Yuriko Backes. Luxemburg setze sich zugunsten einer Erhöhung der deutschen Toleranzschwelle ein, um die Telearbeit auf beiden Seiten der Grenze zu fördern.

Sollte sich die Telearbeit in Luxemburg etablieren?

(jw/L'essentiel)

Deine Meinung

3 Kommentare