Kinderstationen überlastet: Luxemburg ergreift Maßnahmen zur Bewältigung der Bronchiolitis-Epidemie

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Kinderstationen überlastetLuxemburg ergreift Maßnahmen zur Bewältigung der Bronchiolitis-Epidemie

LUXEMBURG – Das CHL hat einen Krisenstab eingerichtet, um die Welle von Bronchiolitis-Fällen bei Kindern zu bewältigen. Nicht dringende chirurgische Eingriffe werden verschoben.

von
Thomas Holzer
Mehrere Länder sind von einer Bronchiolitis-Epidemie betroffen.

Mehrere Länder sind von einer Bronchiolitis-Epidemie betroffen.

Wie seine Nachbarländer bekommt auch Luxemburg die Bronchiolitis-Epidemie mit voller Wucht zu spüren, betroffen sind vor allem Kinder unter zwei Jahren. Nach der Alarmierung der Kannerklinik hat Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Dienstag in einer parlamentarischen Stellungnahme die Einrichtung eines Krisenstabs durch die Direktion des CHL bekannt gegeben. Ziel sei es, «einen Plan zur Steigerung der Belastbarkeit (...) zu erstellen, um die stationäre Kapazität kurzfristig zu erhöhen», wobei man sich an der Erfahrung der Covid-Pandemie orientieren wolle.

In den nächsten zwei Wochen werden alle nicht dringenden kinderchirurgischen Eingriffe vorübergehend abgesagt. Die Gesundheitsreserve an Pflegekräften werde ebenfalls zur Verfügung gestellt und eine Informationskampagne und Hygieneempfehlungen für die breite Öffentlichkeit gestartet, fügte die Ministerin hinzu.

Diese Maßnahmen sollen helfen, die Zeit des weiteren Zustroms in den Krankenhäusern zu überbrücken. Nach Angaben der Ministerin wurden allein am Montag fünf Kinder in den Robert-Schuman-Krankenhäusern aufgenommen. Alle Betten der Abteilung für ambulante Pädiatrie sind demnach belegt.

So auch in der Kannerklinik des CHL, wo zusätzlich die Fälle aus dem CHME und dem CHdN aufgenommen werden. In 31 von 48 belegten Betten in der Pädiatrie liegen Kinder mit Bronchiolitis, auf der Intensivstation ist kein Platz mehr.

«Wir Kinderärzte sind nach wie vor besorgt, dass es schwierig wird, wenn sich die Situation verschlechtert. Wir wissen, dass dieses Virus jedes Jahr epidemisch zirkuliert. Die Situation sollte sich in einigen Wochen oder Monaten verbessern, aber bis dahin müssen wir die kleinen Patienten weiter behandeln», erklärte Dr. Isabel de la Fuente gegenüber L'essentiel.

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