Gleichstellungsministerium: Luxemburg erklärt Kampf gegen Gewalt an Frauen zur «nationalen Priorität»

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GleichstellungsministeriumLuxemburg erklärt Kampf gegen Gewalt an Frauen zur «nationalen Priorität»

LUXEMBURG – Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen prangert das Großherzogtum «eine der schwersten Menschenrechtsverletzungen» an.

von
Nicolas Chauty
Im Rahmen der Orange Week sind bis zum 10. Dezember in Luxemburg Aktionen zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit geplant

Im Rahmen der Orange Week sind bis zum 10. Dezember in Luxemburg Aktionen zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit geplant

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Gewalt gegen Frauen ist noch immer ein weltweit verbreitetes Problem – auch in Luxemburg. Anlässlich des heute stattfindenden Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat die luxemburgische Regierung angekündigt, den Kampf gegen Gewalt an Frauen «zu einer nationalen Priorität» zumachen. Das hat das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern in einer Erklärung mitgeteilt und gleichzeitig Gewalt gegen Frauen als «eine der schwersten Menschenrechtsverletzungen» verurteilt. Ein Phänomen mit «vielen Gesichtern», das sich laut Ministerium in allen sozialen Schichten beobachten lässt. Die Regierung plädiert für eine gemeinsame Regelung auf europäischer und internationaler Ebene und fordert eine Null-Toleranz-Politik hinsichtlich solcher Verbrechen an Frauen.

Bereits 2011 hat der Europarat die Istanbul-Konvention ins Leben gerufen. Ein Übereinkommen, welches der «Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt» dient, wie es offiziell heißt. Aktuell laufen weitere Verhandlungen über eine Richtlinie, die die Maßnahmen des Übereinkommens verstärken würde. Das zuständige Ministerium erklärte indes, dass Luxemburg über eine solide Gesetzgebung verfüge und «eine wirksame Interventionskette eingerichtet hat, um eine umfassende Betreuung der Opfer und ihrer Kinder sowie der Täter zu gewährleisten».

Kampf muss «365 Tage im Jahr» geführt werden

«Gewalt ist kein Schicksal oder eine Privatangelegenheit: Jedes Mitglied der Gesellschaft muss seine Verantwortung übernehmen, um dieses Tabu zu brechen», erklärt die Regierung. Gewalt gegen Frauen hindere weibliche Vertreter der Gesellschaft «ihre Träume zu verwirklichen», heißt es in der Erklärung weiter. Die Rede ist von alltäglicher Gewalt im Haushalt ebenso wie von «sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten, Genitalverstümmelung, Kinderheirat» – kurzum: von jeder Form von geschlechtsspezifischer Gewalt.

Der internationale Tag am 25. November leitet die sechste Orange Week in Luxemburg ein. Bis zum 10. Dezember sind im Großherzogtum Aktionen zur Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit geplant. So versammeln sich am heutigen Freitag um 12 Uhr in der Hauptstadt auf dem Place Guillaume II Menschen, um ihre Solidität mit den Opfern zu bekunden und daran zu erinnern, den Kampf gegen Gewalt an Frauen zu verstärken. Ein Kampf der «365 Tage im Jahr» geführt werden müsse, wie es heißt.

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