Grenz-Verkehr – Luxemburg erteilt Bahn-Saarstrecke erneute Absage

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Grenz-VerkehrLuxemburg erteilt Bahn-Saarstrecke erneute Absage

LUXEMBURG/SAARBRÜCKEN – Die Saar-Grünen fordern eine Direktverbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg-Stadt. Das Großherzogtum zeigt den Nachbarn die kalte Schulter.

Laut Dany Frank vom luxemburgischen Verkehrsministerium ist die Nachfrage der Grenzgänger durch den Expressbus zwischen Luxemburg und Saarbrücken gedeckt.

Laut Dany Frank vom luxemburgischen Verkehrsministerium ist die Nachfrage der Grenzgänger durch den Expressbus zwischen Luxemburg und Saarbrücken gedeckt.

Editpress/Jgarroy

Tagtäglich pendeln rund 8500 Saarländer über die Grenze, um im Großherzogtum ihrer Arbeit nachzugehen. Verglichen mit den Grenzgängern aus der Wallonie, Lothringen und Rheinland-Pfalz stellen sie die kleinste Gruppe dar. Dennoch steigt auch die Zahl der Saarländer, die in Luxemburg arbeiten, Jahr für Jahr weiter an.

Gegenüber den anderen Grenzgängern haben die Saarländer aber einen entscheidenden Nachteil: die Verkehrsanbindung. Zwar pendeln täglich Busse von Saarbrücken nach Luxemburg, allerdings gibt es nach wie vor keine direkte Bahnverbindung zwischen den beiden, für die Großregion wichtigen Städten. Bisher müssen die Saarländer auf den Bus zurückgreifen oder aber in Trier oder Metz umsteigen.

Wenig Begeisterung in Luxemburg

«Die verkehrliche Anbindung mit Bus und Bahn ist trotz der vielen Pendler äußerst schlecht», sagt der saarländische Grünen-Chef Markus Tressel. Weil das Großherzogtum weiter wachse und es dadurch künftig noch mehr Grenzgänger gebe, müsse auch der Neubau der Strecke in Betracht gezogen werden.

Er und seine Partei fordern daher «endlich eine direkte Bahnverbindung gemeinsam mit Luxemburg auf den Weg zu bringen.» Diesbezüglich spricht sich Tressel für eine gemeinsame Regierungskommission beider Länder aus, um gemeinsame Projekte, wie die Bahnverbindung, vorantreiben zu können. «Luxemburg eröffnet dem Saarland – gerade dem ländlichen Norden – auch wirtschaftlich viele Chancen. Die Verkehrsanbindung ist dafür die Grundvoraussetzung.»

In Luxemburg stößt die Idee einer neuen Direktverbindung zwischen Saarbrücken und Luxemburg auf wenig Begeisterung. «Diese Forderung besteht seit einiger Zeit», erklärt Dany Frank vom luxemburgischen Verkehrsministerium gegenüber L'essentiel. Eine Machbarkeitsstudie habe jedoch ergeben, dass «die Busverbindung zwischen den beiden Städten der Nachfrage der Grenzgänger gerecht werde». Der Expressbus, der von den CFL und dem Unternehmen Emile Weber betrieben wird, fährt 15 Mal pro Tag. Er ist eine Stunde und 15 Minuten lang unterwegs und kostet pro Fahrt neun Euro.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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