Hochzeit wird reformiert – Luxemburg heiratet wie zu Napoleons Zeiten

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Hochzeit wird reformiertLuxemburg heiratet wie zu Napoleons Zeiten

LUXEMBURG – Wer als Frau erneut heiraten will, muss in Luxemburg seit 300 Tagen ledig sein. Warum? Die Regeln für Hochzeiten in Luxemburg stammen von vor 200 Jahren.

300 Tage ledig vor der Hochzeit muss eine Frau in Luxemburg sein. So kann sie ihrem Zukünftigen nciht das Kind seines Vorgängers unterjubeln.

300 Tage ledig vor der Hochzeit muss eine Frau in Luxemburg sein. So kann sie ihrem Zukünftigen nciht das Kind seines Vorgängers unterjubeln.

DPA

Frauen, die in Luxemburg nicht zum ersten Mal heiraten wollen, müsssen aufpassen, dass sie schon seit 300 Tagen geschieden oder verwitwet sind. Das sieht ein Heiratsgesetz vor, das seit mehr als 200 Jahren seit der Zeit Napoleons gültig ist. Demnach soll vor der Wiederverheiratung sichergestellt sein, dass die Frau nicht ihrem neuen Ehegatten das Kind seines Vorgängers unterjubelt.

Diese Klausel soll nun reformiert werden - wie viele andere gültige Regeln für Hochzeiten in Luxemburg, die aus früheren Jahrhunderten stammen. Seit 2008 arbeiten die Abgeordneten daran; am Mittwoch haben sie in der zuständigen Kommission erneut darüber diskutiert.

Frauen können mit 16 heiraten, Männer nicht

Dazu zählt auch das Alter der künftigen Ehepartner. Heute können Männer mit 18, Frauen aber schon mit 16 Jahren heiraten. Das Gesetz hat der Regierung Schelte von Gleichberechtigungskämpfern und Frauenrechtlerinnen eingebracht. Im Rahmen der Reform soll nun das Heiratsalter unabhängig vom Geschlecht auf 18 Jahre festgesetzt werden. Damit soll ebenfalls «gegen Kinderheirat oder Zwangsverheiratung vorgegangen werden», wie es im Gesetzestext heißt.

Auch die Aufhebung der Ehe soll vereinfacht werden. Während bisher sechs Monate lang nach der Zeremonie Einspruch gegen die Heirat erhoben werden konnte, soll dies in Zukunft fünf Jahre lang möglich sein. Damit kann eine Ehe aufgehoben werden, ohne dass eine Scheidungsprozedur notwendig ist.

L'essentiel Online/Jérôme Wiss

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