«Amber Alert» – Luxemburg kann vermisste Kinder europaweit suchen
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«Amber Alert»Luxemburg kann vermisste Kinder europaweit suchen

LUXEMBURG - Mit dem «Amber Alert» kann europaweit nach vermissten Minderjährigen gesucht werden. Ab Sommer ist auch Luxemburg teil der Polizei-Kampagne.

Justizminister Felix Braz (Mitte) und Staatssekretärin Francine Closener (links) wollen in Zukunft eng mit «Amber Alert»-Präsident Frank Hoen (rechts) zusammenarbeiten.

Justizminister Felix Braz (Mitte) und Staatssekretärin Francine Closener (links) wollen in Zukunft eng mit «Amber Alert»-Präsident Frank Hoen (rechts) zusammenarbeiten.

L'essentiel/Séverine Goffin

Luxemburg sagt der Entführung von Kindern den Kampf an. Nachdem das Großherzogtum derzeit die Vermisstenmeldungen von Minderjährigen noch auf eigene Faust bearbeitet, schließt sich die Polizei ab Sommer einer europäischen Kampagne an. Wie Justizminister Felix Braz (Déi Gréng) am Donnerstag mitteilte, steht in Luxemburg bald der «Amber Alert» zur Verfügung.

Das Warnsystem soll die Behörden bei der Suche nach den Kindern unterstützen, indem es die Vermisstennachricht so schnell wie möglich an möglichst viele Personen verbreitet. Auch Bahngesellschaften, Flughäfen, Busunternehmen, Supermarktketten und natürlich Medien können sofort europaweit kontaktiert werden. Dabei kann der Alarm auch auf ein Gebiet eingegrenzt werden. «Amber Alert» gebe es inzwischen in 14 Ländern. Etwa 500 Kinder würden derzeit vom Netzwerk erfasst, wie Frank Hoen, der Präsident von Amber Alert Europe, erzählte.

Von den drei bis fünf Vermisstenmeldungen, die jährlich bei der Luxemburger Polizei eintreffen, hätten in den vergangenen sechs Jahren zwei einen «Amber Alert» auslösen können, erklärte Staatssekretärin Francine Closener. «Wenn Kinder oder Jugendliche vermisst werden, sind die ersten drei Stunden ausschlaggebend», sagte Braz. Nach dieser Frist würden die Überlebenschancen dramatisch sinken.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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