EU-Ratsgebäude – Luxemburg macht es EU-Politikern gemütlich
Publiziert

EU-RatsgebäudeLuxemburg macht es EU-Politikern gemütlich

LUXEMBURG - «Die Politik ist am Strand, Brüssel ist geschlossen» - Beobachter witzeln über die 28 Liegestühle, die Luxemburg vor dem EU-Ratssitz platziert hat.

Eine Luxemburger Kunstinstallation vor dem EU-Ratssitz in Brüssel sorgt seit kurzem für neugierige Blicke. Vor dem Justus-Lipsius-Gebäude, in dem die Staatenlenker und Minister der Mitgliedsstaaten ihre Tagungen abhalten, laden nämlich 28 Liegestühle in den Farben der EU-Länder zum Verweilen ein. Die Aktion geht auf eine Idee des Kulturministeriums im Rahmen des luxemburgischen EU-Ratsvorsitzes (Juli bis Dezember) zurück. Die Liegestühle hatten zunächst noch im Atrium, dem großen Empfangsraum des Gebäudes, gestanden.

«Der Gedanke hinter der Installation ist, dass man sich etwas Zeit nehmen soll, um zusammenzurücken und einen gemeinsamen Gedankenaustausch zu führen», sagt Max Theis, Pressesprecher im Kulturministerium, zu L'essentiel. «Ursprünglich wollten wir doppelte Liegestühle haben, wo man sich zu zweit reinsetzen kann. Das war aber logistisch nicht möglich.»

Die Journalisten in Brüssel hingegen, die nie um einen bissigen Gag verlegen sind, interpretieren die Liegestühle etwas anders. Der BBC-Reporter Chris Morris schreibt mit ironischem Unterton auf Twitter: «Luxemburg signalisiert seinen Willen, eine hart arbeitende EU-Ratspräsidentschaft zu führen.» EUfixer wiederum twittert: «Die Eurokraten sind am Strand, Brüssel ist für den Sommer geschlossen.» Der Londoner Banken-Lobbyist Gergely Polner hingegen spricht hingegen von «einer der besten Präsidentschafts-Installationen überhaupt».

Zur künstlerischen Umrahmung der Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft zählen neben den Liegestühlen auch eine Rundbank mit Tisch, die im Präsidentschaftsbüro im Justus-Lipsius-Haus ein Lagerfeuer symbolisieren soll. Zudem sind Design-Ausstellungen und ein Kuriositätenkabinett im EU-Amtssitz zu sehen. Letzteres will Interessierten die verschiedenen Facetten des Großherzogtums anhand von 45 Gegenständen und Personenporträts näherbringen. Die Installationen wurden in Zusammenarbeit mit dem Designberater Georges Zigrand gestaltet.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

Deine Meinung