Aktionsplan – Luxemburg rüstet sich für die Ankunft des Wolfs

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AktionsplanLuxemburg rüstet sich für die Ankunft des Wolfs

LUXEMBURG - Nach ersten Sichtungen im Ausland bereitet sich das Großherzogtum ebenfalls auf den Wolf vor. Staatssekretär Camille Gira stellte einen Aktionsplan vor.

Luxemburg bereitet sich auf die Rückkehr des Wolfs vor.

Luxemburg bereitet sich auf die Rückkehr des Wolfs vor.

L'essentiel

Nach den ersten Sichtungen von Wölfen in den angrenzenden Regionen der Nachbarländer sieht sich auch Luxemburg mit dem «Problem Wolf» konfrontiert. In einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag stellten Staatssekretär Camille Gira und Laurent Schley von der Umweltverwaltung den «Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg» vor.

«Wir müssen uns an objektive Tatsachen und nicht an Märchen halten», eröffnet Camille Gira und betont auch weiter, dass sich das Verhältnis des Menschen zum Wildtier verändern muss. Der Wolf gehöre zum Ökosystem und müsse dort auch akzeptiert werden. «Wir wollten auch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern proaktiv handeln», heißt es von Schley, der auch die gute Zusammenarbeit der staatlichen Verwaltung, des Umweltschutzes, der Landwirtschaftsvertreter und der Jäger lobt.

Wölfe sind scheu

Der Wolf ist seit 2016 auf nationaler Ebene streng geschützt. Aber es gibt noch keinen eindeutigen Beweis, dass sich das Wildtier wieder in Luxemburg niedergelassen hat. «Es kann sein, dass der Wolf jetzt schon hier beheimatet ist oder auf der Durchreise das Land passiert», erklärt Schley. Doch die meisten Tiere bleiben unauffällig, wie es auch ihrem Naturell entspricht.

Dennoch befasst sich der Aktions- und Managementplan auch mit Zuschüssen für die Absicherung von Weiden der haupt- und nebenberuflichen Nutztierhalter und Entschädigungen aller Tierhalter, sollte ein Nutz- oder Haustier von einem Wolf gerissen werden. Kann nachgewiesen werden, dass es ein Wolf war, werden die Halter zu 100 Prozent entschädigt. Wenn es nicht eindeutig be- oder widerlegt wird, kommt der Staat für 75 Prozent auf.

Plan ausgegeben

«Wir zählen auf die Regierung», heißt es von den Landwirten. Deswegen sei eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden notwendig. Gira betonte auch, dass die rechtliche Grundlage für die Förderungen und Entschädigungen in den nächsten Wochen geschaffen werden.

Allerdings setze man weiterhin besonders auf Prävention und Information. Deswegen seien auch mehr als 2600 Ausgaben des Technischen Plans an Landwirte, Schafszüchter und Jäger verschickt worden. Außerdem wolle man auch in Erwägung ziehen, in den Schulen über den Wolf aufzuklären.

(Jessica Oe/L'essentiel)

Was tun, wenn Sie einen Wolf sehen

1) Hunde angeleint lassen. Frei laufende Hunde könnte der Wolf sonst für Konkurrenten halten.

2) Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben, damit Sie den Jagdinstinkt nicht auslösen.

3) Den Wolf nicht aus den Augen lassen und sein Verhalten genau mustern. Blicken Sie dem Wildtier dabei nicht direkt in die Augen.

4) Bewegen Sie sich nicht auf den Wolf zu.

5) Machen Sie den Wolf auf sich aufmerksam, etwa durch lautes Sprechen. Scheue Tiere werden sich dann sofort zurückziehen.

6) Sollte der Wolf näher kommen, rufen Sie laut und wedeln Sie mit den Armen, damit Sie größer wirken. Falls nötig, wenn das neugierige Tier weiter näher kommt, werfen Sie Steine oder Äste in seine Richtung, um es zu vertreiben.

7) Füttern Sie die Wölfe nicht, auch nicht wenn Sie ein Foto von ihnen machen wollen.

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