9 Milliarden Euro – Luxemburg schnürt historisches Hilfspaket

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9 Milliarden EuroLuxemburg schnürt historisches Hilfspaket

LUXEMBURG – Der Regierungsrat hat am Mittwoch 9 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Auswirkungen des Coronavirus beschlossen.

Editpress/Hmontaigu

Angesichts der Coronakrise greift Luxemburg tief in die Tasche. Neun Milliarden Euro will die Regierung investieren, um die Auswirkungen des Virus abzufedern. «Wir haben das Glück, über eine starke Wirtschaft und gesunde Staatsfinanzen zu verfügen – und uns das leisten zu können», erklärte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Mittwochnachmittag im Anschluss an die außerplanmäßige Sitzung des Regierungsrates.

Insgesamt hätten bereits rund 15.000 Betriebe für insgesamt 100.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Der Staat werde den Betroffenen 80 Prozent des Gehalts zahlen, und den Unternehmen «schnell und unbürokratisch» unter die Arme greifen. Allein diese Maßnahme koste den Staat 500 Millionen Euro pro Monat. Die Kosten für den «Urlaub aus familiären Gründen», den Eltern in Anspruch nehmen können, um ihre Kinder einzuhüten, belaufen sich laut des Premierministers auf weitere 200 Millionen Euro pro Monat. Dazu kommen die Ausgaben für das bereits beschlossene Hilfspaket für kleine und mittlere Unternehmen (1,75 Milliarden Euro).

« Die Krise wird kosten, was sie kosten wird. »

Die nun beschlossenen neun Milliarden Euro entsprechen 14 Prozent des Luxemburger Bruttoinlandprodukts. Ein Hilfspaket historischen Ausmaßes. «Die Kosten sind immens, aber es geht um Menschenleben», so Bettel. «Wir gehen damit weiter als andere Länder. Im Zweifelsfall verschulden wir uns. Die Krise wird kosten, was sie kosten wird», erklärte der Regierungschef kämpferisch.

Finanzminister Pierre Gramegna erklärte, dass niemand im Regen stehen gelassen werden dürfe: «Für manche geht es in dieser Krise um ihre wirtschaftliche Existenz. Deswegen haben wir das Hilfspaket heute im Regierungsrat angenommen.» Die Unternehmen müssten nach der Krise wieder schnellstmöglich profitabel wirtschaften können.

Delles ruft zur Solidarität auf

Kleinere Betriebe, die in besonderem Maße mit der Krise zu kämpfen haben, sicherte Gramegna eine Soforthilfe in Höhe von 5000 Euro zu. Davon können Betriebe profitieren, die weniger als zehn Mitarbeiter haben und mindestens einen Umsatz in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr erwirtschaften. Als Beispiel nannte er etwas Friseursalons. Kleinere Lebensmittelgeschäfte, die geöffnet bleiben, erhalten diese Soforthilfe nicht.

Der Minister für Mittelstand, Lex Delles, rief die professionellen Vermieter Luxemburgs zur Solidarität auf. Die Mieten sollten für die Dauer der Krise ausgesetzt werden.

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(Philip Weber/L'essentiel)

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