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InfektionskettenLuxemburg setzt auf freiwillige «Tracking»-App

LUXEMBURG – Angesichts der großen Zahl von Grenzpendlern aus dem europäischen Ausland drängt Xavier Bettel bei der Nachverfolgung von Infektionen auf eine «europäische Lösung».

Das Tracking wird in Luxemburg keine Pflicht werden.

Das Tracking wird in Luxemburg keine Pflicht werden.

Am Dienstag stellte Premierminister Xavier Bettel den Abgeordneten des Digitalisierungsausschusses der Chamber seinen Plan zur digitalen Nachverfolgung von Infektionsketten vor. Er schlägt ein «Tracking» von Infektionen auf freiwilliger Basis vor, statt einer allgemeinen und automatisierten Verfolgung. Demnach können die Bürger selbst entscheiden, ob sie sich die App auf ihr Smartphone laden. In dieser können sie dann angeben, wenn sie positiv auf Coronavirus getestet wurden.

Personen, die länger als fünfzehn Minuten in Kontakt mit einem Infizierten waren, erhalten dann eine Benachrichtigung, ohne den Namen des infizierten Patienten zu erfahren, sagte Diane Adehm (CSV), eine der Teilnehmerinnen der Sitzungen. Diesen Menschen werde dann geraten, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, aber der Hinweis solle keine Anordnung von Quarantäne beinhalten. «Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Gesundheit herzustellen», sagte die ebenfalls anwesende Abgeordnete Carole Hartmann (DP).

Einen genauen Zeitplan für die Umsetzung gibt es laut den Ausschussmitgliedern nicht. Der Premierminister machte in der Sitzung auch klar, dass er keinen Sonderweg für Luxemburg suche, sondern plädierte viel mehr für eine «europäische Lösung». Eine gesetzliche Regelung für dieses «Tracking» werde noch geschaffen. «Nicht alle Abgeordneten waren exakt der gleichen Meinung, aber wir hatten alle das gleiche Ziel, es gab keine hitzigen Debatten», sagte Carole Hartmann.

(jg/L'essentiel)

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