Zukunftsstrategie: Luxemburg steckt 256 Millionen Euro in die Raumfahrt

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ZukunftsstrategieLuxemburg steckt 256 Millionen Euro in die Raumfahrt

LUXEMBURG – Bis 2027 will das Großherzogtum den Raumfahrtsektor weiter ausbauen. Die Pläne und vorgesehenen Mittel haben Wirtschaftsminister Franz Fayot und die LSA am Dienstag vorgestellt.

von
Nicolas Chauty
Luxemburgs Space-Strategie bis 2027 steht.

Luxemburgs Space-Strategie bis 2027 steht.

Editpress

Branchenvertreter und Journalisten füllten am Dienstagnachmittag den kleinen Saal des Hôtel St. Augustin in der Hauptstadt – ein Indikator dafür, dass Luxemburgs Positionierung im Bereich Raumfahrt längst keine Kuriosität mehr ist. Für die Jahre 2023 bis 2027 hat das Land eine Strategie entworfen, die Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) und Vertreter der Luxembourg Space Agency (LSA) bei der Pressekonferenz enthüllt haben.

Luxemburgs Ambitionen im All haben einen Boost bekommen, sind aber nicht neu. «Das Engagement für die Entwicklung eines Raumfahrtsektors geht auf die 1980er Jahre mit der Gründung von SES zurück», erinnerte Fayot. 2005 trat Luxemburg der Europäischen Weltraumorganisation ESA bei. Im Laufe der Jahre sei der Sektor jedoch zu einer «Priorität» geworden, so der Minister, zu einem Pfeiler der wirtschaftlichen Diversifizierung des Landes. Die Initiative des Großherzogtums sei «für andere Länder auf der ganzen Welt von großem Interesse», sagte Fayot. Erst kürzlich hat beispielsweise Südkorea eine Absichtserklärung mit Luxemburg unterzeichnet, um in der Raumfahrt mehr zu kooperieren.

Industrie 4.0 in der Raumfahrt etablieren

Um weiter voranzukommen, steht bis 2027 nun ein Budget von 256 Millionen Euro bereit – ein Plus von 21,7 Prozent im Vergleich zum Budget für den Zeitraum 2020 bis 2024. Ziel ist, den Raumfahrtsektor weiter zu stärken. 1400 Personen sind mittlerweile in diesem Bereich beschäftigt und 70 öffentliche und private Marktteilnehmer aktiv. Im Jahr 2016 waren es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nur rund 20. «Die Strategie wird sich auf die Entwicklung industrieller Kompetenzen konzentrieren», erklärte Franz Fayot am Dienstag. Luxemburg wolle im Bereich Space die Industrie 4.0 etablieren, um die Projekte nachhaltiger zu gestalten und für Übertragungseffekte in andere Wirtschaftszweige zu sorgen.

Zwar fehle noch ein einheitlicher internationaler Rechtsrahmen im Bereich Weltall, räumte Franz Fayot ein, doch sei er der Ansicht dass die Politik, die das Großherzogtum diesbezüglich in den kommenden vier Jahren entwickeln will, das ändern könne. So seien Instrumente für ein besseres Verkehrsmanagement im Weltraum, von Satelliten wie auch von Trümmern vorgesehen. «Es ist notwendig, die Datenqualität zu verbessern, sowohl was die Anzahl der Objekte als auch die Genauigkeit betrifft», erklärte die LSA. Zudem soll neues industrielles Know-How die Beförderung in die Umlaufbahn erleichtern, ebenso die Montage oder Produktion direkt im Orbit. Dadurch erhoffe man sich, die Lebensdauer der Missionen zu verlängern. Und: «Die jungen Generationen zu inspirieren».

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