Landwirtschaft – Luxemburg sucht Alternativen zu Pestiziden

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LandwirtschaftLuxemburg sucht Alternativen zu Pestiziden

LUXEMBURG – Pflanzenschutzmittel kommen sowohl bei Bauern als auch Hobbygärtnern häufig zum Einsatz. Die Regierung versucht gegenzusteuern.

Landwirte sollen mithilfe von Prämien vom Pestizid-Einsatz abgebracht werden.

Landwirte sollen mithilfe von Prämien vom Pestizid-Einsatz abgebracht werden.

AFP

Viele Landwirte in Luxemburg wollen auf Pestizide nicht verzichten. 2016 wurden rund 177 Tonnen an Pflanzenschutzmitteln (zählen wie Biozide zur Kategorie der Pestizide, Anm.) auf den Feldern ausgebracht. Im Jahr davor waren es noch 151 Tonnen, wie aus Daten der Administration des services techniques de l'agriculture (Asta) hervorgeht. «Die Mengen können von Jahr zu Jahr stark variieren, da der Bedarf je nach Witterung schwankt», sagt Jacques Engel von der Abteilung für Pflanzenschutz der Asta.

Die Regierung hat Ende 2017 einen Aktionsplan zur Vermeidung von Pestiziden auf den Weg gebracht. Das Ziel: Bis 2030 soll die eingesetzte Menge an Pestiziden um 50 Prozent sinken. Zu dem Maßnahmenpaket gehört ein Verbot bestimmter Produkte sowohl für Berufs- als auch Privatanwender sowie eine Aufklärungskampagne. «Mehr als 60 Prozent der Umweltverschmutzungen treten punktuell auf, das heißt durch fehlerhaften Gebrauch des Produkts, zum Beispiel beim Waschen oder beim Lagern», erklärt Pascal Pelt, Ingenieur im Service Agri-Environnement der Asta.

Forschungsergebnisse in die Praxis umsetzen

Ein flexibles Beihilfesystem («Écoconditionnalité», engl. «Cross Compliance») soll Landwirte dazu ermutigen, die Verwendung von Pflanzenschutzmittel einzuschränken. «Der Erhalt der Prämien hängt von der Achtung gesetzlicher Standards, der mengenmäßigen Anwendung der Produkte, aber auch von der Lagerung und dem Recycling ab», sagt Pascal Pelt. «Wenn die Standards nicht eingehalten werden, werden die Prämien gekürzt.» Die Landwirte müssen ihre Arbeit für jede Ackerfläche dokumentieren und es finden regelmäßig Kontrollen von Geräten und Produkten statt.

In Luxemburg werden mehrere Pilotprojekte zu dem Thema durchgeführt. «Ziel ist es, die Forschungsergebnisse rasch in die Arbeit am Feld einfließen zu lassen», sagt Pascal Pelt. In Kürze sollen zwei Projekte starten, die darauf abzielen, Alternativen zum umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat zu finden und die Fruchtfolge zu beschleunigen.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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