Nato-Manöver – Luxemburg trainiert Krieg in Russlands Schatten
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Nato-ManöverLuxemburg trainiert Krieg in Russlands Schatten

LUXEMBURG/LITAUEN - 46 Soldaten aus Luxemburg proben ab Ende September in Litauen den Ernstfall und nehmen an einem Manöver der Nato teil.

Luxemburg stellt Soldaten und Gerät für die neue schnelle Nato-Eingreiftruppe in Osteuropa.

Luxemburg stellt Soldaten und Gerät für die neue schnelle Nato-Eingreiftruppe in Osteuropa.

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Die Luxemburger Armee beteiligt sich an einem Nato-Einsatz in Litauen. Das gab die Regierung am Freitag bekannt. Der permanente Rotationseinsatz von 46 Soldaten des heimischen Militärs geschieht im Rahmen des sogenannten Readiness Action Plan (RAP, sinngemäß Plan für erhöhte Einsatzbereitschaft), der beim Nato-Gipfel in Wales im vergangenen September gebilligt wurde. An der Operation, die als Vorbereitung für mögliche Krisenfälle im Osten und Süden Europas dienen soll, nehmen Soldaten aus allen 28 Nato-Mitgliedsländern teil.

Laut Communiqué des Regierungsrats werden die 46 Luxemburger Soldaten für die Zeit des Einsatzes zwischen 28. September und 1. November dem belgischen Kontingent zugeteilt. Die Truppen aus dem Großherzogtum trainieren dort mit ihren litauischen und belgischen Kollegen unter anderem mit ihren Dingo-Transport-Fahrzeugen und Aufklärungsdrohnen.

Nato rüstet im Osten auf

Die Nato und Russland hatten sich vor einiger Zeit darauf geeinigt, keine «ständigen» Nato-Stationierungen im Osten einzurichten. Mit dem Aktionsplan, der angesichts des Kriegs in der Ukraine lanciert wurde, will das nordatlantische Bündnis dennoch Präsenz in den östlichen Mitgliedsstaaten zeigen – und Russland somit die Stirn bieten. Der RAP sieht neben Manövern die Einrichtung von Kommandozentralen und die Positionierung von militärischer Ausrüstung für den Bedarfsfall vor. Außerdem sollen Nato-Truppen binnen Stunden einem anderen Land zu Hilfe eilen können. Länder wie Litauen fürchten, dass Russland versuchen könnte, den Einfluss des Kremls auch in ihre Richtung auszubauen.

Die Nato ist angesichts der Spannungen mit Russland derzeit auf Expansionskurs in Osteuropa. Bereits Anfang des Jahres wurde die Einrichtung von sechs Hauptquartieren in Estland, Lettland, Litauen sowie Polen, Bulgarien und Rumänien beschlossen. Die neuen Hauptquartiere sollen unter anderem als Planungs- und Koordinierungszentren für Übungseinsätze der neuen schnellen Eingreiftruppe (VJTF) dienen. Am Freitag wurde bekannt, dass man weitere regionale Hauptquartiere in den östlichen Bündnisstaaten Ungarn und Slowakei aufbauen will.

(L'essentiel/dpa)

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